Comedia lanciert ihre GAV-Kampagne am Jahreskongress der Verleger mit einer symbolischen Flugblattaktion unter dem Titel: "Geht es um den GAV, werden wir uns mit Peanuts nicht zufrieden geben". Die Mediengewerkschaft ist der Meinung, dass eine GAV-Kündigung und langwierige GAV-Verhandlungen gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten in niemandens Interesse sein könnten. Dem Flugblatt ist ein Päckchen Peanuts angeheftet.
Der Wortlaut der Flugblatts als offener Brief:
"Sehr geehrte Verlegerschaft
Ihr Verband, der Verband Schweizer Presse, hat diesen Sommer den Gesamtarbeitsvertrag 2000 für JournalistInnen und das technische Redaktionspersonal gekündigt -- angeblich weil im Juli und August 2003 kein Gesprächstermin mit den Sozialpartnern zu finden war. Abgesehen davon, dass dieser Vorwurf so nicht stimmt, erscheint uns der Entscheid überstürzt und grundsätzlich unüberlegt.
Sie setzen einiges aufs Spiel
Der GAV 2000 wurde nach langen, nicht immer einfachen Verhandlungen im Mai 2000 in Kraft gesetzt. Er regelt einige fundamentale Arbeitsbedingungen auf kollektiver Ebene und bewahrt damit nicht zuletzt auch Sie als Arbeitgeber vor Unruhe in Ihren Betrieben. Mühsame Diskussionen um individuelle Arbeitsverträge und rechtliche Interpretationen von Arbeitsverhältnissen bleiben Ihnen -- GAV 2000 sei dank -- erspart.
Der GAV 2000, mit seinen Garantien für anständige Arbeitsbedingungen, ist ein Pfeiler für die Qualität im Journalismus -- ein zentrales Anliegen unserer Branche. Kommt hinzu, dass bis heute nicht mitgeteilt wurde, was der Verlegerverband am bestehenden GAV 2000 kritisiert.
Ein Kurswechsel liegt in Ihrer Hand
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würde man meinen, hätten Sozialpartner anderes zu tun, als die gesamte Branche mit Auseinandersetzungen über die Arbeitsbedingungen in Unruhe zu versetzen.

