Nathalie Wappler wird neue SRF-Chefin. Damit kehrt ein bekanntes Gesicht zum Schweizer Radio und Fernsehen zurück (persoenlich.com berichtete). «Wenn Chancen da sind, muss man sie ergreifen können – und dürfen», sagte Wappler im persoenlich.com-Interview. Was die Zeitungen am Dienstag über die designierte SRF-Direktorin schreiben:
«Der Wechsel an der SRF-Spitze kommt zu einem guten Zeitpunkt. Mit dem klaren Nein zur No-Billag-Initiative hat die SRG zwar einen schweren politischen Sturm erfolgreich überstanden. Doch die Zeiten bleiben unruhig. Dafür sorgen anhaltender politischer Druck von aussen und steter Wandel im Innern. In dieser Konstellation haben sich die Fronten teilweise verhärtet. Der Führungswechsel ermöglicht einen Neuanfang … Den Umbau von SRF kann Wappler nicht ohne Einschnitte vollziehen, die intern und extern für Unruhe sorgen werden. Die nötigen Qualifikationen im Bereich Führung für diese Aufgabe bringt die neue Radio- und Fernsehdirektorin unzweifelhaft mit. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob sie auch das nötige politische Fingerspitzengefühl hat.»
«Blick»
«Von schlechter Stimmung war an der Präsentation in Zürich nichts zu spüren. Wappler gab sich überaus zugänglich. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug, am rechten Handgelenk glänzten mehrere Hippie-Bändchen. Zwischendurch wirkte sie aber auch sehr ernst, wohlwissend, dass ihr neuer TV-Job eine riesige Herausforderung wird.»
«Nathalie Wappler redet leise, zuhinterst im Raum hört man sie fast nicht. Die Männer neben ihr sind lauter. Dafür ist sie ehrlich, spricht von ‹Aufregung›, trotz langer Vorbereitung. Das ist auch der Grund, warum sie zunächst Hochdeutsch redet, obwohl man sich auf Schweizerdeutsch geeinigt hatte. Und natürlich ist sie es sich gewohnt. Sie spricht es fast akzentfrei.»
«Wappler lebt zwar in der neuen digitalen Medienwelt. Doch sie setzt Social-Media nur zögerlich ein. Ihr Instagram-Account ist privat. Ihr letzter Twitter-Beitrag stammt vom 2. Oktober. Sowieso scheut sie das Rampenlicht. In der Fotoagentur Keystone hat es beispielsweise nur 2 Bilder von ihr. Auf Facebook hingegen gibt sie sich offener und postet immer wieder Ferienfotos.»
«Zumindest fachliche Qualitäten kann man der neuen SRF-Chefin bei bestem Willen nicht absprechen. Und dass sie ihr ganzes Berufsleben nicht nur im Leutschenbach verbracht hat, sondern sich zudem noch im Stahlbad des deutschen Fernsehens bewährte, spricht auch nicht gegen sie. Schweizer Bundesräte – und dies muss auch einmal gesagt werden – erfüllen bei ihrer Wahl oftmals weniger berufliche Qualifikationen.» (cbe)

