02.06.2010

Afghanistan

Deutsche Journalisten nicht willkommen

Deutsches Geld schon.

Fast eine halbe Million Euro hat Deutschland gezahlt, um das Veranstaltungszelt für die "Friedens-Dschirga" in Kabul herzurichten. Das Geld nahm die afghanische Regierung gerne an - deutsche Journalisten scheinen dagegen weniger willkommen zu sein. Führende deutsche Medien wurden von der Regierung nicht für die Versammlung akkreditiert, obwohl sie sich fristgerecht anmeldeten. Betroffen sind ARD, ZDF, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und die Nachrichtenagentur dpa.

Die Deutsche Botschaft in Kabul intervenierte inzwischen bei Bildungsminister Faruk Wardak, der der Dschirga-Kommission vorsteht. Auch die Internationale Schutztruppe ISAF setzte sich für die betroffenen Reporter ein. Sedik Sedikki vom Medienzentrum der Regierung nannte es einen "reinen Zufall", dass die Deutschen wieder von der Akkreditierungsliste gestrichen wurden. Sedikki sagte am Mittwoch, es habe mehr Anmeldungen als Plätze gegeben. Die Auswahl habe nicht nach Staatsangehörigkeiten stattgefunden. Nach welchen Kriterien die Akkreditierungen vergeben wurden, konnte er nicht erklären.

Zahlreiche ausländische Medien vor allem aus den USA und Grossbritannien wurden von der Regierung für die Veranstaltung zugelassen, die am Mittwochmorgen begann. Bei der afghanischen Regierung hatte es zuletzt Irritationen gegeben, weil der inzwischen zurückgetretene Bundespräsident Horst Köhler bei seinem Afghanistan- Besuch im vergangenen Monat nicht nach Kabul gekommen war. Köhler hatte nur die deutschen Truppen in Nordafghanistan besucht, nicht aber Präsident Hamid Karsai in der Hauptstadt seine Aufwartung gemacht. (sda)


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