Angesichts des SRG-Defizits von 220 Millionen Franken für die Jahre 2007 2011 schlagen Hans-Jürg Fehr, Verleger der Schaffhauser AZ, sowie Peter Wanner, Verleger der Aargauer Zeitung, vor, die SRG solle zu allererst im Tessin sparen. Im Tages-Anzeiger vom Dienstag meinte Wanner, das zweite Tessiner-TV-Programm sei ersatzlos zu streichen. Und auch Fehr ortet im Tessin eine "Überversorgung". Südostschweiz-Chef und Verlegerpräsident Hanspter Lebrument schlägt in dieselbe Kerbe, agiert er aber vorsichtiger. Da die SRG insgesamt 18 Radio- und 8 TV-Sender habe, sei die Einstellung von Sendern "ohne Qualitätsverlust möglich", sagt er.
Auch die SRG selbst hat schon Sparvorschläge gemacht: Ohne zusätzliche Finanzen müsse sie allerdings in der Deutschschweiz wohl auf den Jugendsender Virus oder den Volksmusikradio Musikwelle verzichten. Weiter wird der Preisüberwacher erwähnt, der die teils grosszügigen Zusatzleistungen der SRG an ihre 6000 Mitarbeitenden als Möglichkeit für eine Kostenreduktion erwähnt.
Der Tagi selbst untersucht zudem die Nutzung der zweiten Programme in allen Sprachregionen. Würde man tatsächlich hier den Sparheben ansetzen, dann müsste von den Nutzerzahlen her logischerweise ehesten RSI La Due und und Rete Due über die Klingen springen. Anders sieht es aus, wenn man von den Marktanteilen ausgeht: Diesbezüglich schneiden die Radioprogramme DRS2 und Espace 2 am schlechtesten ab.

(Bild: Die im "SonntagsBlick" gezeigten, neuen Logos der SRG ("persoenlich.com" berichtete))

