08.12.2009

"SonntagsZeitung"

Die Konkurrenten über den Weggang von Andreas Durisch

"Der Wechsel eines Journalisten ins PR-Fach schmerzt mich jedes Mal."

Patrik Müller, Chefredaktor Sonntag

"Ich habe Andreas vieles zu verdanken: Er hat mich damals als jungen Regionaljournalisten entdeckt und zur SonntagsZeitung geholt, wo ich viel gelernt habe. Als ich einmal weggehen und zu einer Tageszeitung wechseln wollte, hielt er mich zurück – ich sei ein 'Sonntagskind' und gehöre zur Sonntagspresse, hat er mir gesagt – eine Einschätzung, die ich im Nachhinein teile... Wer wie Andreas 12 Jahre beim selben Blatt Chef ist, der macht zweifellos etwas richtig."

Andrea Masüger, ehemaliger Chefredaktor Südostschweiz am Sonntag

"Andreas Durisch ist bzw. war der "Mister Sonntag" schlechthin. Er war so lange Chef der "Sonntagszeitung", dass eigentlich niemand mehr weiss, wie es vor ihm war (obwohl natürlich damals Kurt W. Zimmermann die Akzente setzte). Bei Durisch imponierte nicht nur sein Gespür für gute Geschichten und Primeurs, sondern vor allem sein Langstreckentalent: Selten schafft es ein Chefredaktor, über so lange Jahre hinweg eine derart konstante Leistung in der Spitzenklasse zu bieten. Während andere Kollegen in dieser Dienstaltersklasse vornehmlich bei Apéros anzutreffen sind, hat Andreas Durisch beispielsweise im Sommer 2008 mit der Affäre Nef noch eine publizistische Bombe gestartet, mit der mancher Kollege gern seine Karriere einleiten würde. Schade, dass er geht. Der Schweizer Journalismus hätte ihn in diesen struben Zeiten noch lange brauchen können!"

Hannes Britschgi, Chefredaktor SonntagsBlick

"Andreas Durisch ist zweifels ohne der Chefredaktor mit dem grössten Stehvermögen im Lande. Mit ihm tritt der dienstälteste Chefredaktor ab. Durisch hat einen tollen Riecher für Mainstream und lavierte gut zwischen seichtem und relevantem Auftritt. Sein Kantensurfen ist wohlbekannt und in der Tamedia gut gelitten. So sorgte er dafür, dass er das Vokabular der Schweizer Medienbranche um das Wort Mid-Risk-Journalismus bereicherte. Bei allem Respekt vor seiner beruflichen Entscheidung: der Wechsel eines Journalisten ins PR-Fach schmerzt mich jedes Mal."


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen