Tamedia-Verwaltungsratspräsident Hans Heinrich Coninx hat im Tages-Anzeiger vom Samstag erklärt, warum Tamedia mit 20 Prozent bei der Herausgeberin des Winterthurer Landboten einsteigt. Dabei dementierte Coninx, dass es sich damit um den ersten Schritt zu einer Übernahme handle. Die Beteiligung solle vielmehr die Kooperation der beiden Verlage unterstreichen. Coninx: "Wir wollen nun sicher nicht bei der Ziegler Druck dreinreden. Denn sie ist eine sehr gut geführte Firma". Eine mögliche spätere Aufstockung der Beteiligung hänge davon ab, was die Besitzerfamilien der Ziegler Druck für Pläne hätten.
An der publizistischen Unabhängigkeit des Landboten will Coninx nicht rütteln. Diese sei immer "die Seele einer Zeitung" und der Landbote "eine gut gemachte Zeitung". Da der Landbote "anders" als der Tages-Anzeiger ausgerichtet sei, würde auch eine inhaltliche Zusammenarbeit sprich ein Artikelaustausch "weniger passen". Zur Zeit hat der Landbote die Inserateakquisition an die Publicitas verpachtet. Mit dem Stellen-Anzeiger, der künftig auch dem Landboten beiliegen wird, habe die Tamedia nun ein "erstes kleines Versuchsfeld" aufgetan, so Coninx weiter. Was sonst später einmal folgen werde, sei noch offen.

