Radiodirektor Walter Rüegg hat sich im Gespräch mit dem Schweizer Medienmagazin Klartext zum bestehenden Konzept von DRS 3, zur Einführung einer Quote von Schweizer Musik auf dem Sender, dem Stellenwert von Marktanteilen und Reichweiten und dem Frequenzabbau, der den SRG-Radios droht, geäussert.
Das Angebot von DRS 3 ziele seit zwei Jahren auf die Wiederherstellung einer Vielfalt ab, die notwendig sei, denn ein Service Publique müsse sich von einem Mainstreamangebot abheben, meint Walter Rüegg auf das Lob des Klartext, es sei eine Leistung, dass viele Leute das Programm von DRS 3 als ihr ganz persönliches Programm ansehen. "Bei uns sind Marktanteile und Reichweiten eher sekundär", so der Fernsehdirektor.
Worin sich ein Mainstreamangebot von dem eines Service-Public-Angebots abhebt, ist für Rüegg klar: "Einerseits wollen wir ein breites Repertoire bei der Musik, das nicht geprägt ist von Hits, die sich ständig wiederholen. Andererseits wollen wir zusätzlich ein Informations- und Serviceangebot aufbauen, das weit über dasjenige von Lokalradios hinausgeht. Das schulden wir den Konzessionszahlern." Und: "Wir wollen ein Konzept, bei dem wir Einschaltimpulse schaffen. Wir wollen, dass man weiss, wieso man einschaltet und nicht, wieso man ausschaltet. Wir haben gesehen, dass Informationselemente bei uns Einschaltgründe sind."
Auf das Verhältnis von DRS 3 zur Schweizer Musikszene und die von verschiedenen Seiten gewünschte Einführung einer Quote für Schweizer Musik angesprochen, sagt Rüegg: "Wir wehren uns entschieden gegen eine Quote..." Eine Quote brächte nicht mehr Qualität und sei ein Eingriff in die Programmfreiheit, so der Radiodirektor. Man könne nicht einfach den kommerziellen Wünschen einzelner Musikkreise nachgeben und als deren Vertriebskanal fungieren. "Wir verstehen unseren Auftrag kulturpolitisch".

