Die Zürcher Druckerei Printpark ARO AG ist "vorsorglich stillgelegt". Beschäftigte und Mediengewerkschaft comedia sind empört. Sie werfen dem Besitzer vor, verschiedene Versprechen nicht eingehalten zu haben. Die Druckerei war vom 14. bis 16. Dezember bestreikt worden. Die rund 15 streikenden Beschäftigten hatten die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem eine Vereinbarung mit der Geschäftsleitung zustande gekommen war. Weitere Verhandlungen über die Arbeitsbedigungen wurden auf Januar in Aussicht gestellt.
Strafanzeige eingereicht
Am 29. Dezember, punkt 22 Uhr, wurde der Betrieb auf Verfügung des Verwaltungsrates "vorsorglich stillgelegt", wie die Geschäftsleitung in einem Brief schrieb. In dem Schreiben werden den Streikenden Blockade, vertragswidrige Arbeisniederlegung sowie Sachbeschädigungen an der Druckanlage vorgeworfen -- dies alles "unter Federführung" der Gewerkschaft. Es sei ein Schaden von 120'000 Franken entstanden. Die Firma habe bei der Bezirksanwaltschaft Zürich Strafanzeige eingereicht. Eine ungestörte Fortsetzung des Betriebs sei in Frage gestellt.
Die comedia wird zu sofortigen Verhandlungen aufgefordert. Themen seien die Sicherstellung des Betriebs während den geplanten Verhandlungen mit den Beschäftigten, Kündigungen sowie die Deckung der entstandenen Schäden. "Bis zur Klärung der Situation" bleibe der Betrieb stillgelegt.
'Infame Behauptung'

