19.12.2005

Berliner Verlag

Düstere Vorahnungen scheinen sich zu bestätigen

Rendite soll von 12 auf 21 Prozent gesteigert werden.

Jetzt gibt es laut Spiegel Online erste Skizzen. Bei einer internen Präsentation trug Geschäftsführer Peter Skulimma einem Dutzend Führungskräften erstmals die "neuen Ziele" vor. Die Vorgaben von Montgomery &Co. bestätigen die düstersten Vorahnungen. Gleich zu Beginn seines Vortrags enthüllte Skulimma, dass der bislang weitgehend schuldenfreie Verlag nun 95 Millionen Euro Verbindlichkeiten habe. Die neuen Eigentümer steuerten 86.74 Millionen Eigenmittel zum Kaufpreis bei, der so insgesamt bei rund 182 Millionen Euro liegt.

Den Schuldendienst aus Zins und Tilgung trägt der Verlag. Wie der Geschäftsführer weiter referierte, steigen die dafür nötigen Zahlungen von 7.6 Millionen im ersten und 9.3 Millionen im zweiten Jahr bis auf satte 28.5 Millionen Euro in Jahr acht. Tatsächlich macht der Verlag nach mehreren Sparrunden zurzeit Gewinn -- nach üblicher Rechnung dieses Jahr etwa 14.5 Millionen Euro (Ebitda).

9 Prozent der Anteile für Management reserviert

Mehr als ambitioniert sind auch die Vorgaben zur Rendite. Sie soll von derzeit 12 Prozent stufenweise auf 21 Prozent im Jahr 2008 gepeitscht werden. "Mission impossible", so ein Verlagskenner knapp. Ein Montgomery-Sprecher wollte die Pläne auf indes gegenüber Spiegel Online "nicht kommentieren".

Auch in Zusammenhang mit den Gesellschaftern gibt es Neues. Neben Montgomerys Firma Mecom (15 Prozent) und Veronis Suhler Stevenson (VSS, 40 Prozent) sind ebenso der Rentenfonds Canada Pension Plan und die Lebensversicherung New York Life mit gemeinsamen 34 Prozent von der Partie. Beide sind wichtige VSS-Geldgeber. Zwei Prozent hält Skulimmas Präsentation zufolge Aufsichtsratschef Gerd Schulte-Hillen, neun Prozent sind für das Management reserviert. Um dessen Motivation zu steigern, den Kurs der Investoren mitzutragen, können sie ihre Anteile zu äusserst günstigen Konditionen zeichnen.


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