Die Sendergruppe MTV Networks drückt immer weiter auf die Kostenbremse. Nun lässt sie die bisherigen Eigenproduktionen für die beiden Musiksender MTV und Viva künftig von einem externen Dienstleister herstellen. 20 Jobs in den Berliner Redaktionen fallen damit weg. Eine Sprecherin bestätigte gegenüber dem deutschen Branchendienst "kress" einen entsprechenden Bericht des "Kontakter". Betroffen sind moderierte Musiksendungen und die jeweiligen Vorzeigeformate "MTV Home" und "Viva Live!" - Online- und On-Air-Redaktionen sollen erhalten bleiben.
Für redaktionelle Herstellung darf künftig die strandgutmedia GmbH ran. Die Firma ist eine junge Tochter von A-Medialynx, dem langjährigen technischen Dienstleister von MTV in Berlin. Die Leitung übernimmt laut "Kontakter" Andreas Geier, seit vielen Jahren bereits Produktionschef bei MTV Networks selbst. Beide Firmen sitzen wie MTV im Berliner Osthafen und haben mit TV-Studios, Postproduktion, Archiv und dem naheliegenden Koop-Partner Fernsehwerft Infrastrukturen zur Hand.
Ob und wieviele MTV-Mitarbeiter allerdings zu A-Medialynx / strandgutmedia wechseln können, ist fraglich, ebenso ob sie anderweitig im Mutterhaus unterkomme, schreibt "kress". Die Auslagerung "erlaubt MTV Networks grössere Flexibilität bei der Produktion und der Auftragsvergabe sowie der Akquisition neuer Inhalte von Partner-Produktionsfirmen", liess das Unternehmen verlauten. Um Kosten zu drücken, stand das Geschäftsmodell mit Eigenproduktionen bereits seit Herbst vergangenen Jahres auf dem Prüfstand.
Dank des Outsourcings könne bei "optimiertem Einsatz von Ressourcen die lokale Relevanz von Marken wie MTV und Viva" erhalten werden, heisst es weiter aus Berlin. Die Sender haben in der Tat einen Spagat zu schaffen: Jenseits kostengünstigerer Übernahmen von der Konzern-Mutter aus Übersee müssen sich beide Sender mit teureren deutschen Formaten redlich um Profil bemühen - was allerdings nicht automatisch höhere Quoten bedeutet.

