04.06.2021

Rettet UKW

Eine magische Grenze ist erreicht

Die Schawinski-Petition gegen die Abschaltung von UKW hat 50'000 Unterschriften. Der Verband Schweizer Privatradios will immer noch die Abschaltung.
Rettet UKW: Eine magische Grenze ist erreicht
58 Prozent aller Schweizer Autos haben laut Roger Schawinski keinen DAB+-Empfang und sind damit auf UKW angewiesen. (Bild: Pixabay)

Die Online-Petition rettetukw.ch von Medienpionier Roger Schawinski hat nun die Marke von 50'000 Unterschriften erreicht. Dies vermeldet Radio 1 in einer Pressemitteilung. 50'000 Unterschriften – allerdings mit vollständiger Adresse – benötigt man in der Schweiz auch für ein Referendum. Dies sei ein klares und eindrückliches Statement der Konsumentinnen und Konsumenten, so Initiant und Radio-1-Chef Roger Schawinski: «UKW muss bleiben. Eine baldige Abschaltung aller Sender hätte dramatische Auswirkungen und wäre ein riesiger Fehler.»

Chaotische Zustände

Diese Meinung teilt mittlerweile auch alt Bundesrätin Doris Leuthard, die als Medienministerin 2016 massgeblich für eine Abschaltung plädiert hatte. Nun fordert sie einen längeren «Marschhalt». Es habe sich gezeigt, so Leuthard gegenüber Radio 1, dass sich DAB+ weniger schnell etabliert habe als sie bei ihrer damaligen Abschaltentscheidung angenommen hatte (persoenlich.com berichtete).

Die Fernmeldekommission des Nationalrats wird nach einem Antrag von Nationalrat Philippe Kutter (Die Mitte) dieses Thema kurzfristig aufgreifen und hat ein Hearing im August vorgesehen. 

Schawinski fordert mit seiner Petition Medienministerin Simonetta Sommaruga, das Bakom und die SRG auf, die geplante Einstellung aller UKW-Sender der Schweiz rückgängig zu machen, da unter anderem hunderttausende von Autofahrinnen und Autofahrer keinen Zugang zu Schweizer Sendern mehr hätten und auf ausländische Stationen ausweichen müssten. Die Schweiz sei das einzige Land in Europa, das ihr UKW-Netz abstelle. Schawinski prophezeit bei einer Durchführung dieses Entscheides «chaotische Zustände» und will deswegen weiter Unterschriften sammeln.

Bachmann fordert weiterhin UKW-Abschaltung

Anderer Meinung ist Jürg Bachmann, Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios. Wie er gegenüber tagesanzeiger.ch ausführte, bleibe er ein klarer Befürworter der UKW-Abschaltung, da die Aufrechterhaltung des UKW-Netzes viel Geld koste, das zwangsläufig den Programmen entzogen würde. Durch die Aufrechterhaltung des UKW-Netzes würde laut Bachmann die Qualität der Schweizer Radioprogramme, aber auch des Service public gesenkt werden. Zudem erkenne er in den Äusserungen von Doris Leuthard nichts Neues. (pd/ma)



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