Nach den angekündigten Sparmassnahmen bei der Berner Tageszeitung Der Bund ("persoenlich.com" berichtete), hat über die Hälfte des Berner Stadtparlaments einen offenen Brief an die Espace Media Group geschrieben. Die Parlamentarier warnen darin "vor der Einschränkung der Meinungsvielfalt in Bern". Der Brief ist von sämtlichen Fraktionspräsidenten unterzeichnet, wie der Tages Anzeiger schreibt.
Gewerkschaften befürchten, die bis zu 1.5 Millionen Franken, die zusätzlich gespart werden müssen, führen zu Entlassungen. Bund-Chefredaktor Hanspeter Spörri sagte gemäss Tages-Anzeiger am Rand des Berner Medientages , die Schmerzgrenze sei bereits erreicht. Unter einem bestimmten Personalbestand sei eine Zeitung im heutigen Medienumfeld nicht mehr konkurrenzfähig. Würden beim Bund wirklich 15 Stellen gestrichen, wie dies die Gewerkschaften befürchten, würde die Redaktion innert nur fünf Jahren auf gegen 50 Stellen halbiert.
Am 9. Berner Medientag, war die Sparpolitik häufiges Thema. Bernhard Giger, stv. Chefredaktor der Berner Zeitung, sagte: "Entweder schaffen wir die Ethik ab oder die Zeitungen." Redaktorinnen und Redaktoren der beiden Berner Zeitungen bestätigen das schlechte Bild: Viele seien nur noch aus Mangel an Alternativen dort. Ein Mitarbeiter der Berner Zeitung sagte gar: "Wir schämen uns für die eigene Zeitung".
Der Berner Medientag endete mit einer gemeinsamen Resolution. Das Berner Modell drohe zur Farce zu verkommen, steht laut Tages Anzeiger darin. Die beiden Zeitungen könnten ihre wichtigen publizistischen Aufgaben "kaum mehr verantwortlich wahrnehmen, sollten weitere Sparrunden stattfinden".

