Die TV-Branche diskutiert schon lange um neue Bedingungen beim Replay-TV. Die Verhandlungen scheinen nun ein gutes Stück vorangekommen zu sein. «Die SRG ist mit der von Swisscom und UPC vorgeschlagenen moderaten Erhöhung des Basistarifs … um 15 Prozent einverstanden», sagt SRG-Sprecher Edi Estermann zu persoenlich.com. Er widerspricht damit der Darstellung von «Insidern», die noch am Montag gegenüber dem Tages-Anzeiger von einer deutlich höheren Abgeltung sprachen. Damit dürfte eine happige Verteuerung der TV-Abos vom Tisch sein.
Einverstanden ist die SRG auch mit einem neuen Werbemodell. Wie der Tages-Anzeiger online am Mittwoch schreibt, soll das Überspringen der Werbung eingeschränkt werden. Will ein Zuschauer eine Sendung zeitversetzt ansehen, soll er sich zuerst einen 7-Sekunden-Spot anschauen müssen. Ein Film soll durch einen 100-Sekunden-Werbeblock unterbrochen werden. Die Privatsender bevorzugen Unterbrecherwerbung, die SRG kurze Preroll-Spots, ähnlich wie bei YouTube.
«Die SRG ist mit dem von den Schweizer Privatsendern und den ausländischen Werbefenstern vorgeschlagenen Replay-TV-Werbemodell einverstanden, obwohl die SRG davon nicht oder kaum profitieren wird», so Estermann zu persoenlich.com. «Die SRG verlangt im Gegenzug einzig die Beibehaltung der bisherigen Vorhaltedauer von sieben Tagen.» Die Verbreiter – wie beispielsweise Swisscom, UPC oder Zattoo – fordern hier teilweise eine Ausdehnung auf 14 Tage.
Zur Diskussion steht laut Tagi auch ein Abomodell ganz ohne Werbung, dafür höheren Abokosten. Noch diese Woche seien weitere Verhandlungen angesetzt.
Ähnliche Vorschläge, wie sie nun final diskutiert werden, stellte persoenlich.com bereits Anfang 2018 vor. Jonas Bischoff, Videojournalist bei TeleZüri, hatte sich für seine interdisziplinäre Masterarbeit in European Global Studies an der Universität Basel intensiv mit Replay-TV befasst. persoenlich.com machte seine Arbeit öffentlich.

