Im Iran ist ein Journalist der Zeitung Etemad festgenommen worden. Die Festnahme von Mehdi Beyk, Leiter der Politikredaktion, sei am Donnerstag erfolgt, berichtete das Blatt am Freitag unter Berufung auf dessen Ehefrau. Beyks Handy und Notebook wurden demnach beschlagnahmt. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche iranische Journalistinnen und Journalisten im Rahmen einer Verhaftungswelle inhaftiert. Die Zeitung lässt sich dem Reformlager zuordnen.
Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York wurden im Rahmen der jüngsten Proteste bereits mehr als 80 Medienschaffende verhaftet. Die Möglichkeiten der Berichterstattung sind im Land massiv eingeschränkt. Immer wieder kommt es auch zu Störungen und Sperren des Internets. Auf einer Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) liegt der Iran auf einem der letzten Plätze.
Einige Journalistinnen sitzen im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Auch die Journalistin Nilufar Hamedi der Reformzeitung "Shargh", die den Fall Amini als eine der ersten bekannt gemacht hatte, sowie ihre Kollegin Elaheh Mohammadi sind dort inhaftiert. Der Geheimdienst bezeichnete die Frauen jüngst als ausländische Agentinnen. Die Zeitung wies die Vorwürfe zurück. (sda/dpa/wid)

