30 Jahre lang ging Eduard Zimmermann mit "Aktenzeichen XY ... ungelöst" auf Verbrecherjagd --jetzt gestand der 76-Jährige, früher selbst kriminell gewesen zu sein.
"In den ersten Nachkriegsjahren bestritt ich mein Leben als professioneller Dieb und Schwarzmarkthändler", sagte er der Bild-Zeitung (Donnerstagausgabe).
Bei Schwarzmarktgeschäften in Hamburg sei er von der Polizei geschnappt und ins Gefängnis Fuhlsbüttel gesteckt worden. Allerdings sei er bald wieder frei gekommen und habe dann als Brotausfahrer Brotmarken geklaut.
Zimmermann gelang es laut Bild im dritten Versuch, illegal nach Schweden einzureisen. Dort habe er als Vermessungsingenieur gearbeitet -- ohne Abitur und Studium mit falschen Papieren.
Auch seinen Namen habe er gefälscht, denn «der Name Zimmermann war inzwischen verbrannt», schreibt er laut dem Zeitungsbericht in seiner Biographie «Ich war selbst ein Gauner», die im Oktober erscheinen soll. Das schwedische Bauamt sei durchaus mit ihm zufrieden gewesen.
Wegen Spionage verurteilt
Nebenbei habe er für eine Zeitung geschrieben, die ihn 1949 für eine Reportage nach Ostdeutschland schickte, berichtete Zimmermann. "Ich geriet in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes. Die Anklage: Spionage zugunsten einer kapitalistischen Zeitung in Stockholm."
Ein Gericht habe ihn zu 25 Jahren Haft in Bautzen verurteilt. Nach viereinhalb Jahren allerdings sei er am 17. Januar 1954 frei gekommen. "Dieser Tag wurde mein zweiter Geburtstag." Rückblickend schreibt Zimmermann, die Zeit als Gauner habe ihn hart gemacht. Er bereue nichts. Vielmehr sei er "der Beweis dafür, dass man von der schiefen Bahn wieder runterkommt, wenn man will".

