Europas grösster Fernsehkonzern bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren: Die RTL Group hat im ersten Quartal dieses Jahres nur noch halb so viel verdient wie vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund rückläufiger Werbemärkte in ganz Europa ging der operative Gewinn (EBITA) um fast 54 Prozent auf 87 Mio. Euro zurück, berichtete die Gruppe am Donnerstag in Luxemburg. Der Umsatz sank um 11,1 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro.
Eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr 2009 sei nicht möglich, hiess es. "Es ist allerdings davon auszugehen, dass das Profitabilitäts-Niveau im Vergleich zum Jahr 2008 deutlich zurückgehen wird." Quoten-Probleme plagen die Gruppe nicht. Die Flaggschiffe der RTL Group - RTL Fernsehen in Deutschland, M6 in Frankreich und RTL 4 in den Niederlanden - hätten einen starken Start in das Jahr 2009 gehabt: "Alle Sender konnten ihre Zuschauermarktanteile in den jeweiligen Zielgruppen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern."
Im Gesamtjahr 2008 hatte der Unterhaltungskonzern noch einen operativen Rekordgewinn von 916 Mio. Euro eingefahren. Die Gruppe mit 45 Fernseh- und 32 Radiostationen in elf Ländern Europas sowie dem Produktionsarm Freemantle Media setzte im vergangenen Jahr 5,77 Mrd. Euro um (plus 1,2 Prozent). Die RTL Group gehört zu rund 90 Prozent dem Medienkonzern Bertelsmann. (sda)

