Am Montag erschien in der Berner Zeitung Der Bund ein Porträt des Luzerner FDP-Nationalrates Georges Theiler, der für das Parteipräsidium kandidiert. Dieses Porträt habe Theiler nicht ins beste Licht gerückt. Darum habe dieser mit der Hilfe von FDP-Nationalrat und Verleger Filippo Leutenegger versucht, die Publikation zu verhindern, wie der Tages-Anzeiger (TA) in seiner Dienstagsausgabe berichtet.
In einem Kästchen hat die Redaktion des Bundes darauf hingewiesen, dass Theiler seine Zitate "präzisiert und ergänzt", schliesslich aber alle zurückgezogen und für "nicht autorisiert" erklärt habe. Gemäss TA sei die Intervention des persönlich betroffenen Theiler verständlich. Unüblich sei aber das Eingreifen von Leutenegger. Dieser habe zweimal bei Hanspeter Spoerri, Chefredaktor des Bundes, angerufen und "wortreich" versucht, diesen von der Publikation abzubringen.
Spoerri erklärt gegenüber dem TA, dass man sich entschieden habe die Geschichte nicht zu stoppen, "nur weil im Nachhinein Aussagen zurückgezogen wurden". Leutenegger habe vorgeschlagen, der Bund solle anstelle des Porträts ein Interview bringen. Gemäss Spoerri sei Leutenegger korrekt gewesen und habe sich als FDP-Medienstratege vorgestellt. Der Nationalrat betreut in der FDP Schweiz das Dossier "Medienstrategien/Kampagnen".

