Aus Anlass der Wahl von Gilles Marchand zum neuen Generaldirektor macht sich die «NZZ am Sonntag» Gedanken um die Zukunft der Institution SRG.
Inlandchef Francesco Benini identifiziert in seinem Kommentar verschiedene Änderungsvorschläge zuhanden des neuen SRG-Chefs, darunter eine Gebührensenkung, das «Ende des CVP-Filz» und frisches Personal. «Die SRG hat kreativen Nachholbedarf. Öffentliches Radio und Fernsehen sind in den letzten Jahren nicht farbiger, sondern grauer geworden», schreibt Benini.
Als weiteren Punkt fordert er eine Selbstbeschränkung. Die SRG solle auf teure Unterhaltungsprogramme verzichten und die Werbung im Internet sei den Privaten zu überlassen. «Es ist schon grosszügig, dass die TV-Stationen der SRG – anders als in Grossbritannien und Deutschland – keinen Werbeeinschränkungen unterliegen», schreibt Benini.
Auf dem hohen Ross
Als fünften Punkt nennt er die Kooperation mit Privaten. Admeira sei für keinen der Beteiligten erfolgversprechend. «Das Gebilde ist kompliziert, und die Angebote an die Werbekunden überzeugen nicht. Wichtiger wären Kooperationen im publizistischen Bereich, etwa indem die SRG den Privaten Bildmaterial zu guten Konditionen, möglicherweise unentgeltlich, zur Verfügung stellt». Damit könne der grosse Wettbewerbsvorteil – jedes Jahr erhalte die Gesellschaft unbesehen von ihrer Leistung und der Wirtschaftslage 1,3 Milliarden – wenigstens ein Stück weit ausgeglichen werden, so Benini.
Voraussetzung eines solchen Modells sei, dass die SRG vom hohen Ross herunterkomme. (eh)
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28.11.2016 12:59 Uhr

