Gestern fasste "persoenlich.com" die an die SRG gerichteten Sparvorschläge verschiedener Schweizer Verleger zusammen (siehe hier). Inzwischen liegt eine Replik vor: Natürlich müsse die SRG Massnahmen treffen, um ihre Finanzen ins Lot zu bringen, schreibt Mediensprecher Daniel Steiner in einem Mail an die Redaktion. Allerdings habe sie in ihrem Bericht "Finanzbedarf 2011-2014" bereits mögliche Optionen zur Sanierung aufgezeigt. Man warte derzeit auf den Entscheid des Bundesrats.
Des Weiteren verweist Steiner auf einen im "Tages-Anzeiger" vom Mittwoch erschienenes, offizielles Antwortschreiben von SRG-Generaldirektor Armin Walpen. "Den Verlegern sei für die uneigennützige Hilfe bei der Sanierung der SRG-Finanzen herzlich gedankt; derartiges Entgegenkommen sind wir uns nicht gewohnt", schreibt Walpen darin. Die gemachten Vorschläge seien jedoch wenig praktikabel, hält er weiter fest. So bringe die von AZ Medien Verleger Peter Wanner propagierte Streichung des zweiten italienischsprachigen Fernsehprogramms bei Weitem keine Einsparungen von 100 Millionen Franken ein. "Die Streichung von RSI La 2 hätte einen Nettospareffekt, das heisst nach Abzug der Werbeeinnahmen, von 7 Millionen, die Betriebskosten des 2. Kanals beliefen sich 2009 auf rund 8,5 Millionen."
Auch gegen die von "Weltwoche"-Verleger Roger Köppel vorgeschlagene Auswechslung der angeblich sparunwilligen SRG-Führung findet Walpen Argumente: "Mit drei Sparpaketen in den Jahren 2005, 2007 und 2008 sparte die SRG SSR nachhaltig 100 Millionen ein, mit einem weiteren, 2009 beschlossenen Sparpaket, das 2010 wirksam wird, zusätzlich 30 Millionen", schreibt er.
Auch die Streichung von Programmen, wie sie Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse, den SRG-Oberen anempfohlen hatte, sei keine neue Idee, "nur müssten diese Streichungen vom Bundesrat bewilligt werden, er hat sie nämlich alle genehmigt". Und ausserdem seien die Programme allesamt sehr beliebt: "Jede Woche sehen und hören 90 Prozent der Bevölkerung, also über sechs Million Menschen, unsere Angebote, und das für 462 Franken im Jahr. Verglichen mit dem Gesamtpreis von 813 Franken, den man für die 'Südostschweiz', die 'Quotidiana' und das 'Tagblatt' zahlt, scheint mir das konkurrenzfähig", schreibt Walpen und erlaubt sich am Schluss noch den Vorschlag der Einsparung der teuren SF-Reiseformate mit einem humorvollen Gegenvorschlag zu kommentieren: Lebrument und er sollten doch in Zukunft zwecks Synergien zusammen als Backpacker reisen. (ads)

