Fünf der grössten amerikanischen Zeitschriften-Verlage starten ein Joint Venture für einen gemeinsamen Online-Kiosk. Beteiligt an der neuen Medienplattform sind die Verlage Time, Condé Nast, Hearst und Meredith sowie der Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch.
Ziel der digitalen Initiative sei es, eine neue Generation von Zeitschriften für mobile und digitale Geräte zu entwickeln, hiess es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung des Konsortiums. Insbesondere geht es auch darum, Kosten des bisherigen Online-Geschäfts zu reduzieren. Die Vertriebsplattform soll neben den Publikationen der Verlage auch ein Archiv sowie neue Werbemöglichkeiten bieten. Kunden sollen sich darüber hinaus gegenseitig Videos und Fotos schicken können. Die Verlage wollen für all dies einheitliche Formate entwickeln, die ihre Kunden auf verschiedene Geräte, von Smartphones bis zu Laptops, herunterladen und speichern können.
Die Magazine reagieren mit ihrer Aktion auf den Negativ-Trend auf dem Printmarkt, der sich in diesem Jahr in den USA ungebrochen fortgesetzt hat. Bis Oktober 2009 sind dort 383 Magazine eingestellt worden ("persoenlich.com" berichtete). Weitere fünf grosse Zeitschriften strich der Condé-Nast-Verlag im Oktober.
Mit dem Online-Kiosk liesse sich auch der Wunsch vieler Verleger einfacher verwirklichen, journalistische Inhalte im Netz nur noch gegen Bezahlung anzubieten. Besonders Murdoch hatte sich in den vergangenen Wochen vehement für eine Ausweitung des sogenannten Paid Content ausgesprochen. Seine englische Tageszeitung "The Times" soll im Frühjahr nur noch für Abonnenten zugänglich sein. (sda)

