Die vorläufige Prüfung des Zusammenschlusses zwischen der Tamedia und der Edipresse hat Anhaltspunkte dafür ergeben, dass bei den Pendlerzeitungen in der Romandie eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt werden könnte. Deshalb führt die Wettbewerbskommission (WEKO) eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses durch, teilte sie am Freitag mit. Insbesondere in den Leser- und Werbemärkten der Pendlerzeitungen sowie im Bereich der Frühzustellung von Zeitungen in der Romandie könnte die Fusion eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken, so die WEKO.
Die Tamedia beabsichtigt, von der Edipresse in drei Schritten 100% der Aktien der Presse publications SR SA (PPSR) zu erwerben, in der im Wesentlichen die schweizerischen Aktivitäten der Edipresse-Gruppe zusammengefasst sind. Durch den Zusammenschluss entsteht eines der grössten Medienunternehmen in der Schweiz, zu dem unter anderem der "Tages-Anzeiger", die "Berner Zeitung", "Le Matin", "24 Heures", "20 Minuten", "Le Matin Bleu", die Fernsehsender TeleZüri und TeleBärn sowie die Radiostationen Radio 24 und Capital FM gehören.
Bei Tamedia gerät man wegen diesem Entscheid nicht in Panik. "Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass die WEKO die Fusion detaillierter prüfen wird", erklärt Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation auf Anfrage von "persoenlich.com". "Insofern ist dieser Entscheid für uns keine Überraschung. Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass der Zusammenschluss genehmigt wird."

