27.05.2010

Ringier

Geht der Verlag in Deutschland auf Einkaufstour?

"Cicero"-Chef Michael Naumann schliesst dies nicht aus.

Im Interview mit "Horizont" sprechen "Cicero"-Chefredaktor Michael Naumann und Geschäftsführer Martin Paff über die Situation von Ringiers Politmagazin. "Wir haben einen intensiven Strategieprozess initiiert, um sehr gezielt zu prüfen, wie wir in den nächsten zwei, drei Jahren wachsen können. Das kann auch bedeuten, dass wir Titel dazukaufen." Titelnamen will er allerdings nicht nennen. Nur so viel: "Wichtig ist, dass die Objekte zu der journalistischen Exzellenz passen, für die Ringier Deutschland steht. Und am Ende wird dann Ringier in der Schweiz entscheiden, in welcher Höhe wir die nötigen investiven Mittel für die Expansion in Deutschland bekommen."

Im weiteren bestätigen Naumann und Pfaff, dass "Cicero" nach wie vor rote Zahlen schreibt und den Turnaround nicht wie geplant in diesem Jahr schaffen wird. Der Grund: Im Krisenjahr 2009 brachen auch beim Monatsmagazin die Anzeigenumsätze um 25 Prozent ein, der operative Verlust liege im sechsstelligen Bereich. Pfaff formuliert das neue Ziel nun wie folgt: "Dieses Jahr wollen wir möglichst nahe an die schwarze Null herankommen und 2011 dann einen Gewinn erzielen."

Zur wirtschaftlichen Situation der Printbranche sagt Naumann: "Die entscheidende Frage, die sich die Verlagschefs stellen müssen, ist: Gibt es Grenzen des Wachstums? Die bisherige Strategie lautet: Schrotschuss, neue Produkte auf den Markt werfen und dann mal sehen, was überlebt. Der Verdrängungswettbewerb in Print mit viel zu vielen Titeln ist für die wirtschaftlichen Probleme der Branche mindestens so entscheidend wie der Aufstieg des Internets."


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen