Der langjährige Leiter der Wirtschaftsredaktion der "Neuen Zürcher Zeitung", Dr. Gerhard Schwarz, der seit 2008 auch als Stv. Chefredaktor amtet, ist vom Stiftungsrat der Denkfabrik Avenir Suisse zum Nachfolger von Thomas Held berufen worden. Er wird sein neues Amt voraussichtlich im 4. Quartal 2010 antreten. Auf diesen Zeitpunkt hin soll auch seine Nachfolge in der Wirtschaftsredaktion geregelt sein.
Chefredaktor Markus Spillmann würdigt Schwarz in einer Pressemitteilung vom Mittwoch als Idealbesetzung für den Job bei Avenir Suisse, bedauert jedoch andererseits mit ihm einen der "profiliertesten Wirtschaftsjournalisten im deutschsprachigen Raum" zu verlieren. Schwarz habe der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung der "NZZ" über Jahre hinweg in verschiedenen Funktionen seinen Stempel aufgedrückt und gleichermassen für Fachkompetenz und eine sehr klare liberale Werthaltung gebürgt.
Von Seiten von Avenir Suisse hiess es heute, Schwarz sei ein Wunschkandidat. Mit ihm werde eine Persönlichkeit die Leitung des Think Tank übernehmen, die Avenir Suisse schon bisher zu ihrer engsten "Wahlverwandtschaft" zählte. Als Ökonom, Publizist und Referent verkörpere er in idealer Weise das Leitbild der Stiftung.
Avenir Suisse wurde 1999 von 14 internationalen Schweizer Firmen gegründet. Nach angelsächsischem Vorbild will der Think Tank "zur wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Meinungsbildung" beitragen, relevante Themen frühzeitig definieren und Lösungsvorschläge und Denkanstösse aufzeigen.
Nach 10 Jahren wolle sich Avenir Suisse so erneuern, "wie es für einen zukunftsgerichteten Think Tank notwendig ist", heisst es in der Mitteilung weiter. Eingeleitet wurde die Erneuerung im Frühling 2009, als Rolf Soiron das Präsidium von Walter Kielholz übernahm. Planmässig folge nun auch der Wechsel auf der operativen Ebene.
Der 1951 geborene Gerhard Schwarz studierte von 1969 bis 1980 in St. Gallen Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Er schloss sein Studium mit einer Dissertation aus dem Bereich der Entwicklungsländerforschung ab. Nach einem einjährigen Gastspiel in einem Liechtensteiner Industriebetrieb trat er 1981 in die Wirtschaftsredaktion der "NZZ" ein.
Bereits Ende 1982 wurde er als Korrespondent nach Paris versetzt, wo er während vier Jahren die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Entwicklung Frankreichs verfolgte. Auf Anfang 1987 kehrte er in die Redaktion nach Zürich zurück. 1994 wurde er zum Nachfolger von Willy Zeller als Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion berufen.
Das Schwergewicht seiner publizistischen Arbeit lag seither im Bereich der Konjunkturbeobachtung und Konjunkturpolitik, der Geldpolitik, der Corporate Governance sowie wirtschaftspolitischer, weltwirtschaftlicher und wirtschaftsphilosophischer Fragen. Schwarz nimmt ausserdem seit 1989 einen Lehrauftrag an der Universität Zürich zu Fragen der Ordnungspolitik wahr. In Anerkennung seiner grossen Verdienste für die"NZZ" wurde er 2008 zum Stv. Chefredaktor ernannt, wie die Zeitung in ihrer Mitteilung weiter schreibt.

