16.06.2005

FuW

Gerhart Isler versteht Sparschritte der Tamedia nicht.

"Ich hätte diesen Schritt sicher nicht gemacht."

Ende April gab die Tamedia bekannt, dass die Schonfrist für die Finanz und Wirtschaft (FuW) abgelaufen ist: Hatte sich das Traditionsblatt bis zum Abgang seines Verlegers noch vor Eingriffen schützen können, kündigte die Tamedia kurz danach einschneidende Sparmassnahmen an. Die Rede war von einem Stellenabbau von 16 Mitarbeitern, angeordnet wurde eine "Integration des Backoffices", was soviel heisst, dass die Personal- und Saläradministration, die Buchhaltung, Aboverwaltung und Spedition der FuW künftig vom Konzern übernommen werden soll. Weitere Bereiche wie der Empfang, die Hauspost und der IT-Bereich werden ausgesourct.

Kein Verständnis für diesen Schritt zeigt der frühere FuW-Verleger und heutige Jean-Frey-Teilhaber Gerhart Isler, wie aus einem Artikel im Schweizer Medienmagazin Klartext hervorgeht. "Das Unternehmen Finanz und Wirtschaft wurde sauber geführt, war kerngesund, hat seit Mitte der 90er Jahre immer Gewinn eingebracht -- warum man nun dort so wüten muss, verstehe ich nicht," so Isler gegenüber Klartext. Er hätte die Entscheidung von Tamedia verstanden, so Isler weiter, wenn die FuW Verluste gemacht hätte, aber das habe sie nicht. Natürlich sei der Gewinn seit 2000 zurückgegangen, denn "bei der Börsenhausse im Jahr 2000 haben wir gewaltige Gewinne gemacht, die Auflage stieg auf über 50'000 Exemplare, aber wir haben immer gewusst, dass eine Finanzzeitung wie die Finanz und Wirtschaft mit der Börse fluktuiert. Und wir wussten: Auf die Börsen-Hausse wird auch eine Baisse folgen. Das war zu erwarten -- wenn man von der Börse etwas versteht."


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