Der Mediensektor ist in der Wirtschaftskrise massiv unter Druck geraten. Die stark rückläufigen Werbeeinnahmen mündeten in einem dauerhaften Arbeitsplatzabbau. Von der Schweizer Mediengewerkschaft comedia wurde nunmehr ein Stellennotstand konstatiert. "Die Medienlandschaft wird kaputt gespart", betont Stephanie Vonarburg, Zentralsekretärin Sektor Presse und elektronische Medien bei comedia. Um den kritischen Journalismus stehe es schlecht.
"Es ist ein gigantischer Konzentrationsprozess am Laufen, in dem die Branche auf wenige verbleibende Medienunternehmen schrumpft", erklärt Vonarburg. "Allerdings stossen auch sie an kritische Grenzen, wenn sie ihre Redaktionen weiter ausbluten", meint die Branchenkennerin. Seit Herbst 2008 sind der Mediengewerkschaft zufolge bei Schweizer Medien etwa 1'000 Stellen vernichtet worden. Die Arbeitslosigkeit liegt in der Branche bei einem Niveau von über zehn Prozent. "Für die Medienschaffenden gipfelt die Situation in einem Stellennotstand", so comedia.
Zuletzt war etwa die Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp) aufgrund ihres Rückzugs aus der Schweiz, der Schliessung des Redaktionsstandorts und der Entlassung sämtlicher Mitarbeiter ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Anschliessend wurden die Basler Zeitung Medien an Privatinvestoren verkauft. Nun will Espace Media beim "Berner Bär" sieben Vollzeitstellen streichen. Der rasante Arbeitsplatzabbau in der Branche setzt sich damit fort. Auch die Unternehmer verlieren durch die Abbaumassnahmen teuer erarbeitete Erfahrung und Know-how, stellt comedia klar.
In Folge entstammt die Medienberichterstattung zunehmend den Presseabteilungen in Konzernen. "Die schlank gesparten Redaktionen sind immer stärker an PR-Büros und Kommunikationsabteilungen ausgeliefert und auf deren Vorarbeit angewiesen. Es besteht die Gefahr, dass Kritik im Journalismus Mangelware wird, wenngleich die verbleibenden Journalisten bemüht sind, weiterhin gut zu arbeiten", schliesst Vonarburg. (pte)

