06.01.2010

Post

Gewerkschaften begrüssen Untersuchung des UVEK

In Sachen Strategie brauche es rasch eine Klärung.

Die Gewerkschaften Kommunikation und transfair begrüssen die Ankündigung des UVEK, die Vorfälle an der Spitze der Post zu analysieren und die Zusammensetzung des Verwaltungsrates zu überdenken. In Sachen Strategie brauche es rasch eine Klärung. "Es muss gehandelt werden", sagte Peter Heiri von der Gewerkschaft transfair am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) müsse der Post nun strategische Vorgaben machen. Hinter diese müsse sich Verwaltungsratspräsident Claude Béglé dann stellen.

Ohne klare Strategie komme das Thema nicht zur Ruhe, sagte Heiri. Am Zug sei der Bund als Eigner der Post. transfair hatte bereits nach dem Abgang von Post-Konzernchef Michel Kunz Mitte Dezember eine Untersuchung des Bundes gefordert.

Taten müssen folgen

"Die Chefetage soll sich zusammenraufen, und die Verantwortung liegt beim UVEK", sagte Fritz Gurtner, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation. Machtspiele müssten unterbunden werden. Gerade jetzt, während der Diskussion über die Liberalisierung des Postmarktes, dürfe die Post nicht zum Spielball der Politik werden. Die Gewerkschaft Kommunikation (GeKo) erwarte, dass die Vorfälle untersucht würden und es mit der neuen Strategie rasch vorwärts gehe, sagte Gurtner. Die Verlautbarung des UVEK vom Montagabend werde begrüsst. Doch es müssten nun Taten folgen.

Nötig sei dies nicht zuletzt aus Sicht des Personals. "Die Post-Angestellten an der Front sollen ihren Job machen können, ohne die Querelen an der Spitze ausbaden zu müssen. Hier hat Bundesrat Moritz Leuenberger eine Verantwortung", sagte Gurtner. Die GeKo hat sich in den kommenden Wochen mit der Ernennung einer neuen Vertretung im Post-Verwaltungsrat zu befassen. Ihr Vertreter und bisheriger Generalsekretär Jean-Marc Eggenberger wechselte zur Swisscom. Damit könne Eggenberger die Post-Angestellten im Verwaltungsrat nicht mehr vertreten, sagte Gurnter dazu.

Drei Abgänge an der Spitze

Seit Mitte Dezember haben drei Spitzenleute die Post verlassen. Zuletzt erklärte am Montag Verwaltungsrat Wolfgang Werlé per sofort seinen Rücktritt und begründete dies mit "unterschiedlichen Auffassungen" mit Verwaltungsratspräsident Béglé. Zudem kritisierte er, der Verwaltungsrat sei über Auslandpläne von Béglé nie informiert worden. Vor zwei Wochen hat bereits Verwaltungsrat Rudolf Hug das Gremium verlassen. Auch er war sich nach eigener Aussage mit Béglé nicht über die Strategie und Führung der Post einig. Am 14. Dezember hatte Konzernchef Michel Kunz den Hut nehmen müssen. In Béglés Worten war Kunz "nicht kompatibel" mit den Visionen der Post.


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