Nicht nur hier in der Schweiz, sondern fast überall auf der Welt sind Gratiszeitungen auf dem Vormarsch. Mittlerweile lesen in 29 Ländern Passanten und Pendler die kostenlosen Kurzfutter-Postillen. Allein die beiden wichtigsten Anbieter aus Skandinavien -- Schibsted (20 Minuten) und Metro (Metro) sind mittlerweile in über 50 Städten aktiv. Einzig in Deutschland haben die Verlage aus dem hohen Norden noch nicht Fuss fassen können. Seit vier Jahren schon herrscht deshalb Ruhe an der deutschen Gratisfront, nachdem erste Versuche der Skandinavier am erbitterten Widerstand der deutschen Grossverlage scheiterten.
Nun aber blasen die Skandinavier zur zweiten Offensive. So soll Metro-Chef Pelle Törnberg den Markteintritt in Deutschland planen, berichtet der Spiegel. Ebenso plane der Schibsted-Verlag ein Comeback nach den ersten schmerzhaften Deutschlanderfahrungen vor vier Jahren. Dabei soll eine wochentägliche Tageszeitung in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart sowie im Ruhrgebiet lanciert werden. Später sollen auch Ausgaben in Münster, Bremen, Hannover, Karlsruhe und Nürnberg folgen.
Schibsted will dieses Mal -- anders als beim ersten Versuch -- nicht im Alleingang, sondern zusammen mit potenten Partnern aus dem Inland das Gratisblatt in Deutschland etablieren. So habe es in den letzten Wochen intensive Gespräche mit Bertelmann-Unternehmen, insbesondere RTL gegeben, heisst es. Vorstellbar ist ein Joint Venture zwischen RTL und Schibsted.

