11.01.2009

SF

Haldimann will jüngste Fehler nicht schönreden

Chefredaktor bittet jedoch um Verhältnismässigkeit.

Das Schweizer Fernsehen stand in letzter Zeit wegen des Lauschangriffs auf Parlamentarier, Falschinformationen und wegen eines tendenziösen Berichts in der Sendung "10vor10" in der Kritik. Trotz den vielen Fehlern bewertet Chefredaktor Ueli Haldimann die Leistungen des Schweizer Fernsehens als gut. In einem Interview sagt er: "Die Fehler sind extrem ärgerlich und ich will nichts schönreden. Die Unabhängige Beschwerdeinstanz UBI hat im letzten Jahr 21 Beschwerden gegen Sendungen aus der Abteilung Information behandelt. 20 Beschwerden hat sie abgewiesen, nur eine einzige gutgeheissen. Ferner hat die Zeitschrift "Schweizer Journalist" mehrere SF-Journalisten ausgezeichnet und uns zur "Redaktion des Jahres" gewählt. So schlecht kann unsere Leistung nicht sein."

Im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnetz kritisiert Haldimann aber auch die Fehler anderer Medien: "Der "Blick" brachte ein doppelseitiges Bild mit der Grossaufnahme des Gesichts eines getöteten Kindes in Gaza. Ein grauenhaftes Bild, das in krasser Weise die Totenwürde dieses Kindes verletzte. Anderes Beispiel: Tagesanzeiger.ch/Newsnetz hatte ein Video auf seiner Seite, auf dem gefesselte Gefangene aus dem Gaza einer Kamera vorgeführt werden. Dieses Video verstösst klar gegen die Genfer Konvention, die die "Erniedrigung und das öffentliche Zurschaustellen von Gefangenen" verbietet. Das sind "grobi Böck". Sie zeigen, dass Fehler passieren können. Man stelle sich vor, welche Staatskrise ausgebrochen wäre, wenn sie bei uns passiert wären. Ich will damit unsere Pannen nicht verniedlichen, bitte jedoch um Verhältnismässigkeit."


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