18.03.2010

Affäre Gaddafi

Hannibal zieht Klage gegen Journalisten zurück

Anwalt des Kantons Genf will schnellen Entscheid.

Der Journalist der "Tribune de Genève", der den Artikel zu den Polizeifotos von Hannibal Gaddafi geschrieben hatte, ist aus dem Schneider: Libyen hat die Klage gegen ihn am Donnerstag zurückgezogen.

Im Prozess vor dem erstinstanzlichen Gericht in Genf hat der Anwalt des Kantons Genf zudem auf einen schnellen Entscheid gedrängt. Hannibal Gaddafi hatte sowohl den Kanton Genf, die Genfer Tageszeitung "Tribune de Genève" wie auch einen Journalisten der Zeitung verklagt. Der Kanton hatte sich insofern für mitschuldig bekannt, da einer seiner Angestellten die Fotos Gaddafis an die Zeitung weitergeleitet hatte. Die "Tribune de Genève" hatte diese schliesslich im September 2009 publiziert.

Genf habe seine Verantwortung für diesen Aspekt anerkannt. Nun wolle man keine lange gerichtliche Auseinandersetzung, sagte David Lachat, Anwalt des Kantons, am Donnerstag vor Gericht. Er bat das Gericht die Höhe der Wiedergutmachung an Hannibal Gaddafi festzusetzen. Laut Lachat hat das Gericht alle Informationen, die es braucht, um ein Urteil zu fällen - ohne zusätzliche Ermittlungen. Seiner Ansicht nach könnte ein schnelles Urteil helfen, die angespannte Situation zwischen der Schweiz und Libyen zu lösen.

Die "Tribune de Genève" hingegen erwartet, dass das Gericht sich genügend Zeit nimmt, den Fall zu untersuchen. Für Marc Hassberger, Anwalt der Zeitung, braucht es vertiefte Abklärungen. Er hat daher das Gericht darum gebeten, eine weitere Untersuchung einzuleiten. (sda)


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