07.02.2010

Antisemitismus

Hetzschrift in Lokalblatt

Gemeindebund hat Anzeige erstattet.

Eine antisemitische Hetzschrift im "Sigriswiler Anzeiger" hat ein juristisches Nachspiel. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) hat Anzeige erstattet. Der SIG sei bestürzt über den Artikel, schreibt er auf seiner Homepage. Jonathan Kreutner, Medienverantwortlicher des SIG bestätige am Freitag auf Anfrage eine Meldung des "Thuner Tagblatts", dass der SIG gegen den Verfasser Anzeige erstattet habe.

Im "Sigriswiler Anzeiger" wurde von einer Privatperson ein längerer namtlich gekennzeichneter Text in einer Art Leserbrief veröffentlicht, der mutmasslich antisemitische Äusserungen enthält. Das Lokalblatt wird in alle Haushaltungen verteilt. Es ist jedoch kein offizielles Publikationsorgan. Der Sigriswiler Gemeinderat distanziert sich klar von dem Hetzschreiben, wie er auf der Homepage der Gemeinde mitteilt. Auf den Inhalt des privaten Anzeigers habe er keinen Einfluss.

Bei der Herausgeberin des Blattes, der Druckerei Wägli in Gunten, spricht man von einem grossen Fehler. Man habe die Texte vor der Veröffentlichung nicht gründlich durchgelesen. Der Textanfang sei unverfänglich gewesen, dem Rest habe man zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Sigriswil ist eine aus elf kleineren Dörfern bestehende Gemeinde am Thunersee und zählt rund 4500 Einwohner. (sda)


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