200 Unternehmer aus der Druckindustrie folgten am Donnerstag der Einladung ihres Unternehmerverbandes Viscom nach Brunnen. Programmschwerpunkte des Viscom-Tages 2003 bildeten die Vorbereitungen zu den GAV-Verhandlungen vom kommenden Frühjahr. Gleich zu Beginn der Delegiertenversammlung brachte es Peter Edelmann, Präsident Viscom, auf den Punkt: "Viscom bejaht die Sozialpartnerschaft. Gleichwohl übersteigen die Leistungen des heutigen Gesamtarbeitsvertrages die Verhältnisse der Branche." Ende April 2004 läuft der derzeitige GAV ab. Bereits in diesem Frühjahr haben die Gewerkschaften ihren umfassenden Forderungskatalog veröffentlicht. Angesichts dieser Forderungen sind sich die Unternehmer im Grundtenor einig: Sie können mit dem neuen Vertrag keine Mehrkosten und keinen Flexibilitätsverlust in Kauf nehmen.
Vielmehr fordern sie eine weitgehende Delegation der Kompetenzen in die Betriebe. Ein weiterer Ausbau der Leistungen würde die Wettbewerbsfähigkeit der Branche insbesondere in grenznahen Gebieten ernsthaft gefährden. Für Peter Edelmann wird es im kommenden Frühling denn auch keine Sieger oder Verlierer bei den Verhandlungspartnern geben. Nur die Branche der visuellen Kommunikation mit ihren rund 30'000 Mitarbeitern könne siegen -- oder eben verlieren.

