08.09.2009

gfs-zürich

Hohe Berufsidentifikation der Journalisten

Spannungen zwischen "jungen und alten Journalisten".

Journalistinnen und Journalisten identifizieren sich stark mit ihrem Beruf - trotz der starken Umbrüche im Medienbereich. Allerdings sind in überregionalen Tageszeitungen überdurchschnittlich viele resignierte Medienschaffende zu finden. Dies zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Forschungsinstituts gfs-zürich und dem Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (fög).

Der Wandel im Medienbereich werde besonders sichtbar im Spannungsbogen von "neuen Medien" (Privatradio und Gratiszeitungen) und "traditionellen Medien" (öffentlich-rechtliches Radio, Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften). Ebenfalls bemerkbar mache er sich zwischen "jungen und alten Journalisten". Junge sind häufig in "neuen Medien" tätig und haben überdurchschnittlich häufig eine freie oder befristete Anstellung. Ältere arbeiten demgegenüber vielfach in überregionalen Tageszeitungen, wo sich die prekäre ökonomische Lage der Printmedien stark auswirkt. Entsprechend fänden sich unter ihnen besonders viele, die frustriert seien, heisst es in der Umfrage.

In den neuen Medien überwiegt ein Selbstbild vom "Allrounder". Die Tätigkeitsschwerpunkte liegen auf dem "Texten und Produzieren" sowie dem "technischen Umsetzen" und weniger im "Recherchieren". In den traditionellen Medien definiert sich ein Grossteil der Journalistinnen und Journalisten über die Tätigkeit des "Recherchierens". Während sich die Radioleute als "Dienstleister" und die in Wochenblättern beschäftigten Journalisten als "Spezialisten" und "Analytiker" verstehen, gibt es bei den überregionalen Tageszeitungen kein vorherrschendes Selbstbild.

Die Berufsidentifikation von Privatradio- und Gratiszeitungsjournalisten ist laut Studie vergleichsweise hoch, die Problemwahrnehmung hingegen eher tief. Der Anteil Personen mit hohem Identifikationsgrad gegenüber ihrem Beruf ist bei den Journalisten insgesamt ausgesprochen hoch. Besonders wichtig für die Identifikation sei ein positiv beurteiltes Arbeitsumfeld. Journalisten, die sich gut in das soziale Gefüge der Redaktion eingebunden fühlen und Einflussmöglichkeiten haben, weisen eine wesentlich höhere Identifikation mit dem Berufsfeld auf.

Die Umfrage wurde im Zeitraum zwischen Ende August und September 2008 durchgeführt. Sie schliesst Journalistinnen aus der Deutsch- und Westschweiz ein, die bei mittel bis weit verbreiteten und allgemein orientierten Medien tätig sind. Es konnten die Online-Antworten von 923 Medienschaffenden ausgewertet werden. (sda)


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