Daniel Hofer, wie ist es zu diesem Engagement bei der NZZ gekommen?
Anfang Juli durfte ich bei der Publigroupe mein 20-jähriges Firmenjubiläum feiern. In diesem Zusammenhang habe ich nicht nur zurück, sondern auch nach vorne geschaut. Aus familiären Gründen ist der Entschluss gereift, dieses Jubiläum als Anlass dafür zu nehmen, in meinen Reflektionen auch über einen Arbeitgeberwechsel nachzudenken. Dies im Hinblick darauf, eine mehr Schweiz basierte Funktion zu übernehmen. Meine bisherige Funktion führte mich vor allem ins Ausland, was mit sehr intensiven Reisetätigkeiten verbunden war. Parallel dazu war die Vakanz bei der NZZ allgemein bekannt. Diese zwei Elemente sind zusammengefallen und haben schliesslich zum Angebot des NZZ-Verwaltungsrates geführt.
Was waren bei Publicitas Promotion Network Ihre Hauptaufgaben im letzten Jahr?
Seit 2002 bin ich CEO von Publicitas Promotion Network, der internationalen Division der Publigroupe. Wir vertreten die meisten führenden Verlage in 24 Ländern im transnationalen Anzeigengeschäft.
Was bringt Ihnen Ihre internationale Ausrichtung für die Arbeit bei der NZZ?
Ich hatte in den letzten Jahren das Privileg, für die New York Times und andere weltweit bekannte Titel zu arbeiten. Dies primär mit dem Focus auf das Anzeigenmarketing. Ich war aber auch in verschiedenste Diskussionen mit Verlegern über andere Bereiche eingebunden. Diese Erfahrungen kann ich sicher bei der NZZ einbringen. Dies aber immer unter dem Aspekt, dass wir in der Schweiz einen ganz eigenen Markt haben und es keine Standardlösungen gibt.
Wann treten Sie die Stelle bei der NZZ an?
Ich werde meine neue Funktion Anfang Januar antreten. Es kommt damit zu einem nahtlosen Übergang von Marco de Stoppani zu mir.
Wo sehen Sie Ihre ersten Aufgaben bei der NZZ?
Ich bin in der glücklichen Situation, mit Marco de Stoppani einen sehr guten Vorgänger zu haben, der mir einen gut geführten und gut aufgestellten Verlag überlässt. In einem ersten Schritt gilt es, zusammen mit dem Verwaltungsrat, mit der Gruppenleitung, mit dem Chefredaktor und den Mitarbeitern des Verlages, die Schwächen und Stärken der Produkte, vor allem aber auch die künftigen Rahmenbedingungen zu analysieren. Dabei wollen wir möglichst pragmatisch und sorgfältig vorgehen. Darauf aufbauend werden sich dann die notwendigen Entscheidungen ergeben. Ich habe keine vorgefasste Meinung zu einzelnen Produkten. Ich bin aber auch nicht dafür bekannt, nur verwalten oder bewahren zu wollen. Wir haben eine offensive Strategie und diese werden wir mit der NZZ AG durchsetzen.
Ist es für die Publigroupe von Vorteil, dass jemand aus den eigenen Reihen nun an einer solch wichtigen Stelle bei der NZZ sitzt?
Die Tatsache, dass ich jetzt für die Publigroupe arbeite und diese mit der NZZ durch verschiedene Aktivitäten verbunden ist, hat nichts mit dem Personalentscheid zu tun. Es ist aber sowohl für die Publigroupe als auch für die NZZ sicher ein Vorteil, dass jemand da ist, der die Mechanismen bei der Publigroupe kennt. So können Diskussionen sehr professionell geführt werden, weil sicher ist, dass beide Seiten vom Gleichen reden.
Wissen Sie schon, wer der neue Chefredaktor der NZZ wird?
Dazu kann ich beim besten Willen keine Stellung nehmen, auch wenn ich Ihre Neugier verstehe. Das gehört auch nicht zu meinen Aufgaben. Der Verwaltungsratspräsident, Prof. Conrad Meyer, wird zum gegebenen Zeitpunkt über die Nomination informieren. Es darf aber sicher ein sehr professioneller und sorgfältiger Entscheid erwartet werden, weil dieser für den Verlag von grosser Bedeutung ist.

