25.06.2023

200 Franken sind genug

Initiative ist zustande gekommen

Laut SVP-Nationalrat Thomas Matter sind über 100'000 beglaubigte Unterschriften zusammengekommen. Es sei einfach gewesen, die Leute von dem Anliegen zu überzeugen, so Matter zu ZüriToday.
200 Franken sind genug: Initiative ist zustande gekommen
«Wir haben das Ziel erreicht», so Thomas Matter vom Abstimmungskomitee gegenüber TeleZüri und der Today-Redaktion. (Bild: Screenshot ZüriToday)

Die sogenannte Halbierungsinitiative zur Senkung der Serafe-Gebühren auf 200 Franken ist nach Angaben der Initianten zustande gekommen. Das sagte der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter gegenüber dem Onlineportal ZüriToday am Freitag.

Sie hätten über 100'000 beglaubigte Unterschriften zusammen, sagte Matter. Er habe noch nie eine einfachere Unterschriftensammlung erlebt, als diese. Es sei einfach gewesen, die Leute von dem Anliegen zu überzeugen.

Die Menschen wollten nicht 335 Franken pro Jahr für die SRG bezahlen, 200 Franken reichten. Und vor allem würden die Unternehmen bei Annahme der Initiative von der Gebühr befreit. Es mache einfach keinen Sinn, dass ein Schreiner neben dem Privaten auch noch für seine Schreinerei bezahlen müsse.

Das Volksbegehren folgt auf die «No Billag»-Initiative, die im März 2018 klar mit 71,6 Prozent abgelehnt wurde (persoenlich.com berichtete). Die Halbierungsinitiative wurde von der SVP, dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) und den Jungfreisinnigen lanciert. Sie richtet sich gegen die SRG und verlangt, dass die Serafe-Gebühren für Radio und Fernsehen von 335 auf 200 Franken pro Jahr gesenkt werden.

Neben der Senkung der geräteunabhängigen Gebühren für die Haushalte wollen die Initianten auch eine Befreiung der Firmen von der Gebühr. Bei der Verteilung der Gebührengelder soll der Anteil der privaten Radio- und Fernsehsender gleich hoch bleiben.

Gegen die Initiative hat sich bereits eine «Allianz Pro Medienvielfalt» aus 23 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengeschlossen. Sie warnt vor einem «Frontalangriff auf die Medienvielfalt». Denn in der kleinräumigen und viersprachigen Schweiz liessen sich überzeugende Nachrichten- und Hintergrundformate nicht am Markt finanzieren. (sda/cbe)


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KOMMENTARE

Mark Balsiger
27.06.2023 07:45 Uhr
Es hilft, sich an Fakten zu orientieren statt einfach Meinung rauszuhauen. Im Jahr 2007 erwirtschafteten die privaten Medienhäuser mit Werbung 2,2 Milliarden Franken. Im letzten Jahr waren es noch 730 Millionen Franken. Innerhalb von 15 Jahren ist der Werbeumsatz also auf etwa einen Drittel geschmolzen. Daran ist nicht die SRG schuld, das Werbegeld fliesst zu den Tech-Giganten, also zu Amazon, Google und Meta (Facebook & Co.). Diese Entwicklung ist irreversibel. Mit deutlich teureren Abonnements können die Medienhäuser den Abfluss an Werbegeld nicht annährend kompensieren. Die Bereitschaft, für Online-Journalismus zu bezahlen, liegt übrigens aktuell bei 17 Prozent. Vor fünf Jahren betrug dieser Wert 13 Prozent. So viel zum «Medienmarkt» Schweiz. Angesichts dieser Entwicklung ist es hirnverbrannt, das öffentliche Medienhaus der Schweiz halbieren zu wollen.
Peter Eberhard
26.06.2023 09:59 Uhr
SRG = Medienvielfalt? Da hab ich etwas nicht mitbekommen. Medienvielfalt findet anderswo statt: NZZ, TA, WOZ und zahlreiche Online-Medien. Mein Vorschlag: Unterhaltung und Sport runterfahren, das können auch die Privaten, stattdessen Konzentration auf Information und Kultur. Das sollten die Kernkompetenzen eines mit einer Zwangssteuer finanzierten ör Anstalt sein, mit einer etwas überproportionalen Berücksichtigung der drei kleineren Sprachregionen.
Claude Bürki
26.06.2023 07:34 Uhr
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ein bisschen ins Lot bringen -- wäre nicht schlecht.
Victor Brunner
24.06.2023 18:11 Uhr
Mark Balsiger, SRG/SRF braucht es nicht für die Medienvielfalt. Das Gegenteil ist richtig, SRG/SRF stehen für linke Meinungseinfalt und linke Ideologie. Die Annahme der Initiative ist Chance für Meinungsvielfalt und vor allem Medienwettbewerb! Keine Dominanz mehr durch ein Unternehmen das mit Zwangsgebühren finanziert wird. Für die Demokratie geradezu zerstörerisch!
Victor Brunner
24.06.2023 07:55 Uhr
Bei vielen ist das Vertrauen in SRG vorbei. Vor NoBillag wurde versprochen keine Unterbrecherwerbung nach 2000, Verspechen gebrochen. Dazu kommt eine einseitig linke Informationspolitik, kaschiert von "Folklore"-Sendungen und bescheidenen Innovationen. Dafür eine aufgebläht Administration vorwiegend aus treuen Höflingen. Diese Woche war kurzfristig die Pressekonferenz mit BR Berset angesetzt, in französisch. SRG war nicht in der Lage eine Simultanübersetzung anzubieten. Zu aufgebläht kommt noch träge! 200 Fr. sind definitiv genug!
Mark Balsiger
23.06.2023 20:45 Uhr
Die Schweiz kommt aus einer beispiellosen Krise, die unserer Gesellschaft sehr zugesetzt hat. Und gerade jetzt, in einer Zeit der Polarisierung, erfolgt mit der Halbierungsinitiative ein erneuter Angriff auf die Medienvielfalt. Es hülfe, sich einmal Gedanken um die drei kleineren Sprachregionen zu machen. Faktisch handelt es sich um eine «No Billag 2», die auch das öffentliche Radio treffen würde. Fürwahr keine gute Idee.
Roberto Binswanger
23.06.2023 16:31 Uhr
Natürlich lassen sich "überzeugende" Nachrichten- und Hintergrundinformationen am Markt finanzieren. Das zeigen Print- und Onlinemedien tagtäglich. Mit noch überzeugenderen Inhalten als die SRG-Medien.
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