Ein ganzseitiges Inserat der Neuen Luzerner Zeitung (NLZ) in "persönlich rot" und der Werbewoche sorgte bei der SonntagsZeitung für Unmut. Anhand des Anzeigensujets für den Jogurtdrink "Evolus" von Emmi verglich die NLZ ihre Werbewirkung mit derjenigen der SonntagsZeitung (SOZ). Dies aufgrund einer im vergangenen Jahr zusammen mit Demoscope erhobenen Studie zur Werbewirkung von Inseraten. ("persoenlich.com" berichtete).
Die Verlagsleitung der SOZ und der Rechtsdienst der Tamedia kritisierten in einem Schreiben an die NLZ einzelne Punkte und drohten mit rechtliche Schritten. Die NLZ erklärt nun in einer Stellungnahme, dass sie keineswegs an einem Rechtsstreit interessiert sei. Sie erkläre sich deshalb bereit, auf die weitere Verbreitung des Inserats und der Werbebroschüre in dieser Form zu verzichten.
Die NLZ hatte aufgrund der Studie erklärt, für die getestete Emmi-Anzeige im befragten Gebiet eine Bekanntheit von 13 Prozent auszuweisen, während die SOZ gerade mal 7 Prozent erreiche (ungestützte Erinnerung). Die SOZ widersprach dem: Die vom Marktforschungsinstitut Demoscope errechnete doppelte Beachtung basiert laut SOZ auf einer unkorrekten Datenbasis. Denn würde als Basis die Zahl der total befragten Personen aufgeführt, sähe das Resultat laut SZ anders aus: Die NLZ käme auf 1.8 Prozent und die SZ auf 1.4 Prozent.
Die NLZ bestätigt nun in ihrer Stellungnahme, dass diese Berechnung der SOZ korrekt ist und zeigt sich bereit, diesem Punkt Rechnung zu tragen und die Filterfrage nicht isoliert darzustellen. Die NLZ hält aber fest, dass die Studie korrekt durchgeführt wurde und die Resultate der Studie stimmen.
Für die Studie wurden zweimal 504 Personen befragt. Auf die gestützte Frage, ob man sich an das betreffende Inserat erinnern könne, antworteten 19 Prozent der Leser der NLZ mit Ja und 9 Prozent der SOZ mit Ja. Auf die Frage, ob man sich überhaupt an ein ganzseitiges Inserat erinnern könne, antworteten 14 Prozent der Leser der NLZ mit Ja und 20 Prozent der SOZ.

