05.01.2009

"Tages-Anzeiger"

Journalist über Coop-Infopolitik enttäuscht

Wenn das Ereignis ausbleibt.

Am Sonntagmorgen lud Coop zur Pressekonferenz. Der Detailhändler verkündete die Preissenkung bei über 600 Markenartikeln auf Discountniveau. Die Preisoffensive dürfte möglicherweise als grösster Preisabschlag in die Geschichte des Schweizer Detailhandels eingehen. Ein Journalist des "Tages-Anzeigers" denkt da anders.

Zwischen den Zeilen gibt der Artikelschreiber in der heutigen Ausgabe zu, dass er am eiskalten Januarmorgen lieber im Bett geblieben wäre und einen Ausflug an die Sonne gemacht hätte, als sich die "Sonntagsrede" von Coop-Chef Hansueli Loosli anzuhören. In seinem Artikel macht der Redaktor den Vorwurf, dass die Pressekonferenz auch am Montag hätte durchgeführt werden können. Nachträglich habe sich die Sonntagsarbeit einzig für Loosli gelohnt.

Ganz schön mutig, wenn man bedenkt, dass Coop ein Schweizer Detailhändler ist, der nicht seine Kommunikationsstrategie überdenkt und gegen 100 Millionen Franken an Werbung einsparen will, sondern grosszügig Inserate bucht.

Vielleicht ist der um den Sonntagsausflug geprellte Journalist in der DRS 2 Redaktion besser aufgehoben. Margrit Sprecher beschreibt die Redaktion als das letzte Angestellten-Paradies, wo man ohne Herzinfarkt, Leberzirrhose, Mobbing und Leistungsnachweis das Pensionsalter abwarten könne. Man komme um 9 und gehe um 17 Uhr, und mittags sitze kaum jemand an seinem Schreibtisch. Die Zeilen sind in derselben Ausgabe zu finden, wie die vorwurfsvollen Worte an die Adresse von Coop-Chef Hansueli Loosli.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen