Eine langjährige Angestellte des Radios und Fernsehens der italienischen Schweiz (RSI) hat wegen Lohndiskriminierung eine Entschädigung von 342'000 Franken erhalten. Das Appellationsgericht gab ihr nach einer zehnjährigen Auseinandersetzung Recht. Die Journalistin und Filmemacherin hatte 1997 begonnen, für mehr Lohn zu kämpfen. Sie störte sich daran, dass sie für ihre Arbeit ein Jahresgehalt von "bloss" 115'000 Franken erhielt, während zwei männliche Arbeitskollegen auf ein Salär von über 150'000 Franken kamen.
Die juristische Auseinandersetzung um die Lohndiskriminierung zog sich über Jahre hin. Zwischenzeitlich befasste sich sogar das Bundesgericht mit dem Fall. Das Tessiner Appellationsgericht gab der Klägerin schliesslich im Dezember 2007 Recht, wie erst jetzt bekannt wurde. Die RSI habe das Urteil akzeptiert und die Mitarbeiterin entschädigt, bestätigte ein Sprecher der RSI am Dienstag auf Anfrage einen Bericht der Zeitung "laRegioneTicino" und der Konsumentenzeitschrift "Spendere meglio". Die 59-Jährige sei per Ende 2008 auf eigenen Wunsch hin vorzeitig pensioniert worden. Es habe sich um einen speziellen und einmaligen Fall gehandelt. Es gebe keine anderen Klagen wegen Lohndiskriminierung gegen die RSI. (sda)

