Im Sommer wurde bekannt: Der neue SRF-Unterhaltungschef heisst Stefano Semeria (persoenlich.com berichtete). Damals hiess es, dass geplant sei, den Bereich Junge Zielgruppen SRF-intern der Abteilung Unterhaltung einzugliedern.
Aus dem Plan wird nun Realität. Nach der Zustimmung des SRG-Verwaltungsrats habe Semeria gemeinsam mit seinem Leitungsteam die künftigen Abteilungsstrukturen festgelegt, heisst es in einer internen Mitteilung, die persoenlich.com vorliegt. Der Bereich Junge Zielgruppen, der bis jetzt direkt SRF-Direktor Ruedi Matter unterstellt war, wird per 1. Januar 2019 mit der Abteilung Unterhaltung fusioniert. Die neue Abteilung heisst Jugend, Familie, Unterhaltung.
Die Besetzungen sind dabei zum grössten Teil gleich geblieben. Neu ist, dass die Bereichsleiterin «Produktion», Priska Eichenberger, zusätzlich die Stellvertretung von Semeria übernimmt. Karen Ballmer wird die Bereichsleitung «Factual Entertainment» von Tom Schmidlin übernehmen, Schmidlin verantwortet den Bereich «Entwicklung & Comedy».
Die neuen Strukturen in der Übersicht:
- Stefano Semeria: Abteilungsleiter «Jugend, Familie, Unterhaltung»
- Priska Eichenberger: Stv. Abteilungsleiterin, Bereichsleiterin «Produktion»
- Reto Peritz: Bereichsleiter «Show»
- Karen Ballmer: Bereichsleiterin «Factual Entertainment»
- Manuel Thalmann: Bereichsleiter «Jugend»
- Christoph Aebersold: Bereichsleiter «Familie»
- Tom Schmidlin: Bereichsleiter «Entwicklung & Comedy»
- Nadine Friedel: Bereichsleiterin «Distribution»
Organisation mit «Durchlässigkeit»
Semeria setze in der neuen Organisation stark auf Durchlässigkeit, wie es in der Mitteilung heisst. Das heisst: Die Bereiche sollen in einem ständigen Dialog untereinander Themen bearbeiten, weiterentwickeln und dem Publikum so ein Angebot bieten, das auf die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse ausgerichtet sei – sowohl für die lineare als auch für die non-lineare Nutzung. «Für das Publikum soll unser Angebot vielfältig und relevant bleiben. In allen Altersgruppen, auf allen Plattformen», wird Semeria in der internen Mitteilung zitiert. Ein stärkeres Gewicht soll dazu die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit erhalten.
Die Zielgruppe der 30- bis 55-Jährigen soll noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Die «Generation in der Mitte» spielt aus Sicht von Semeria eine wichtige Rolle bei der Mediensozialisierung: Sie habe das analoge Medienangebot miterlebt und sei damit gross geworden, kenne und nutze aber auch die digitalen Angebote. Diese «Scharnier-Generation» suche und finde Themen, die sowohl nach oben, ins älter werdende Publikum, als auch ins jüngere Publikum funktionieren würden, heisst es in der Mitteilung weiter.
Neue Inhalte werden wichtiger
Auch der Neu- und Weiterentwicklung von Inhalten und der Bewirtschaftung der verschiedenen Distributionskanäle soll künftig eine grössere Bedeutung zukommen. Mit den neu geschaffenen Bereichen «Entwicklung & Comedy» sowie «Distribution» werde diesem Umstand Rechnung getragen. «Wir stellen uns auf einen dauerhaften Erneuerungsprozess für unsere Formate ein – sowohl auf den traditionellen linearen als auch den digitalen non-linearen Verbreitungswegen», informiert Semeria die SRF-Mitarbeiter. Dafür sei der Aufbau eines Fachteams und strukturierter Arbeitsabläufe für Entwicklung, Produktion und Distribution zentral.
Stellenabbau muss noch ausgearbeitet werden
Vor einem Monat hiess es, dass 5 der 47 Vollzeitstellen, die bei SRF eingespart werden müssen, in der Unterhaltung wegfallen (persoenlich.com berichtete). «Die im Moment fünf betroffenen Stellen in der Unterhaltung beziehen sich auf die jetzige Abteilung Unterhaltung. Wo genau die fünf Stellen innerhalb der Abteilung abgebaut werden, ist Teil der aktuellen Detailplanung», sagt SRF-Sprecherin Eva Wismer auf Anfrage von persoenlich.com.
Im heutigen Bereich Junge Zielgruppen gebe es keinen Stellenabbau. «Die Mitarbeitenden haben noch bis Mitte November Zeit, an einem Mitwirkungsverfahren teilzunehmen und Vorschläge einzureichen, wie der Stellenabbau reduziert werden kann.»

