06.11.2009

Energy Zürich

Karl Lüönd über den Radiokonzessionskauf

"Am besten wäre eine Versteigerung."

An Stelle des aufwendigen Verfahrens würden Konzessionen für Radiosender besser versteigert: Das ist die Überzeugung des Zürcher Medienkenners Karl Lüönd. Er reagierte mit der Kritik auf den Kauf einer Konzession durch Radio Energy Zürich respektive Ringier. Immer, wenn der Staat sich in Medienangelegenheiten einmische, komme es zu Patzern, sagte Lüönd am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Dass entgangene UKW-Konzessionen dann einfach gekauft werden könnten, sei nichts Neues und wohl eine "etwas zynische Folge" des staatlichen Medienwesens.

Neu sei auch nicht, "dass jemand mit Geld Fehler oder fehlende Ideen ausgleicht". Ringier habe den Fehler gemacht, sich nicht für die "kleine Konzession" - jene für den Grossraum Zürich - zu bewerben, sondern nur für die "grosse" (Zürich/Glarus), sagte Lüönd. Nun bezahle das Medienhaus teuer dafür, diesen Fehler wieder auszubügeln. Am besten wäre es gewesen, man hätte die Konzessionen versteigert, sagte Lüönd und fügte lakonisch bei: "Das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen".

Jürg Bachmann, Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP), hofft, dass die Handänderung klappt, wie er gegenüber der SDA sagte. Er begrüsse es, wenn es eine andere Lösung als das Verschwinden eines etablierten und beliebten Senders gebe. Das ganze langwierige Konzessionsverfahren lasse bei ihm einen unbefriedigenden Geschmack zurück, sagte Bachmann weiter. (sda)


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