01.09.2005

TV-Quoten

Katrina hat kaum Auswirkung

Wenig gesteigerte Zuseherzahlen durch Berichte.

Für deutschsprachige TV-Sender erweist sich Hurrikan Katrina eher als laues Lüftchen. Die Nachrichtensendungen zu den Hauptsendezeiten weisen kaum bis gar keine gesteigerten Quoten aufgrund der Katastrophenberichterstattung auf. Öffentliche, wie private TV-Stationen stellen keinen direkten Einfluss der Hurrikan-Berichte auf die Einschaltquoten ihrer Abendnachrichten fest. Lediglich, teils durch vehemente Eigenwerbung stark angekündigte Sondersendungen konnten vermehrt Zuschauer anlocken.

Die Hauptnachrichten in ORF, ATVplus, ARD und Sat1 wiesen im Zeitraum der Hurrikan- bzw. New Orleans-Tragödie keine deutlich erkennbar gesteigerten Quoten auf. Teilweise lagen die nationalen Marktanteile sogar hinter Tagen zurück, an denen über keine spektakulären Katastrophen berichtet wurde. Die ZIB 1 im ORF verzeichnet mit 62 Prozent kein erkennbares Plus gegenüber anderen Tagen, bei ATVplus Aktuell liegt der Schnitt mit 2.8 Prozent Marktanteil ebenfalls im Normalbereich. Die ARD Tagesschau lag in dem Zeitraum bei rund 21 Prozent und die Sat1 Hauptnachrichten bei etwa 15 Prozent Marktanteil.

Deutlicher sind die Auswirkungen auf Zuseherzahlen bei angekündigten Sondersendungen. In Österreich hatte die ZIB 2 Spezial von gestern, Mittwoch, nach Aussagen von Mediaresearch-Mitarbeiterin Margit Wagner gegenüber pressetext, aufgrund verstärkter Vorankündigung einen Marktanteil von 43 Prozent erreicht. Im Vergleich dazu lag die ZIB 2 am 17. August, an einem "normalen" Tag, bei nur 24 Prozent. Die ARD sendete am vergangenen Montag und Mittwoch jeweils einen "Brennpunkt" zum Thema Hurrikan Katrina. Die Sendung erreichte an beiden Tagen, am Montag mit 5.08 Millionen und am Mittwoch mit fünf Millionen Zusehern, einen Marktanteil von 18.7 Prozent.

"Die Quoten der Sat1 News sind im August insgesamt die höchsten seit Sendestart. Die Auswirkungen von Hurrikan Katrina darauf sind nur schwer einschätzbar", so PR-Redakteur Andreas Thiemann von Sat1. Seit Beginn der Berichterstattung über die Katastrophe sei der durchschnittliche Marktanteil nur um etwa ein Prozent gestiegen, setzt Thiemann fort. Auch Wagner gibt sich in ihrer Einschätzung zu den vergangenen Tagen zurückhaltend. Man könne nicht mit Bestimmtheit sagen, dass die Nachrichtenberichte des ORF über den Hurrikan direkt die Quoten beeinflusst haben.


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