Der Chef von Axel Springer, Mathias Döpfner, ist angesichts der geplanten Übernahme von ProSiebenSat.1 bereit, ein Stück weit auf die Medienaufsicht KEK zuzugehen. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge will Döpfner auf eine TV-Version der Bild-Zeitung verzichten und dies rechtsverbindlich festschreiben.
Ausserdem wolle er keine Cross-Promotion, das heisst sich überschneidende Werbekampagnen in verschiedenen Medien, betreiben, was durch den von Springer selbst vorgeschlagenen Fernsehbeirat kontrolliert werden solle, fügte Döpfner hinzu. Diese Auflagen würden auch in die Lizenzen der Sender einfliessen. "Was man nicht vorhat, kann man sich auch gerne verbieten lassen", wird er von der FAZ zitiert.
Bertelsmann-Beteiligungen abstossen
Auch alle Bertelsmann-Beteiligungen stellt Döpfner zur Disposition. "Wir bieten die Desinvestition aller gemeinsam mit Bertelsmann gehaltenen Unternehmensbeteiligungen an: Die Beteiligung an dem Druckunternehmen Prinovis, unsere gesamten Radiobeteiligungen sowie einige Logistik-Joint-Ventures", sagte der Springer-Chef weiter. Über einen eventuellen Antrag auf Ministererlaubnis oder eine Klage gegen einen negativen Kartellamtsbeschluss werde man erst entscheiden, wenn es soweit sei.
Nach wie vor lehnt Döpfner die Forderungen der Medienaufsicht KEK, auf die Sender ProSieben oder Sat1 zu verzichten oder die Kontrolle der Sender einem unabhängigen TV-Beirat zu übertragen als "unannehmbar" ab.

