Nach der Ankündigung eines massiven Stellenabbaus beim "Tages-Anzeiger" wurden nun Verhandlungen über einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter aufgenommen. In der aktuellen "Wochenzeitung" WoZ erklärt Daniel Suter, Präsident der Personalkommission beim "Tages-Anzeiger", dass dabei die Arbeitgeberdelegation zugab, "dass sie schlicht das Geld vergessen hat, das es bräuchte, um sozialverträgliche Frühpensionierungen zu ermöglichen."
Laut Suter hat sich die Geschäftsleitung vom Verwaltungsrat eine finanzielle Vorgabe machen lassen, wie viel Geld für den Sozialplan zur Verfügung steht. Der VR habe diese Summe aber nicht selbst ausgerechnet. Die Geschäftsleitung des "Tagi" sei mit einer Summe an den VR gelangt, habe sich diese absegnen lassen und habe sich dann mit aller Härte auf den Entscheid des VR berufen. Und da habe man sich verrechnet.
Darum gibt es laut Suter nun einen Aufstand bei den Ressortleitern. Diesen sei nämlich mitgeteilt worden, dass Frühpensionierungen " die sozialverträglichste Variante von Personalabbau " seien. Darum hätten die Ressortleiter vor allem ältere Mitarbeiter entlassen. Wenn man die Drucker mitzähle, seien von den 59 entlassenen Festangestellten 24 im Alter von 58 und mehr Jahren. Nach dem Aussprechen der Entlassenen habe sich aber gezeigt, dass die Vorgaben der Geschäftsleitung praktisch kein Geld für das Abfedern von Frühpensionierungen enthält.
Nachdem sich die Ressortleiter deswegen an die Chefredaktion gelangt sind, habe diese laut Suter gesagt, man werde alles daran setzen, "sozialverträgliche Frühpensionierungen" zu ermöglichen. Laut Suter liegen die Vorstellungen, was ein fairer Sozialplan ist, aber noch weit auseinander.
Tamedia will Verantwortung übernehmen
Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer meint auf Anfrage von "persoenlich.com": "Wir haben in den letzten Jahren mit den Gewerkschaften sieben Sozialpläne ausgehandelt und verabschiedet. Unser Verhandlungsangebot für den Tages-Anzeiger basiert auf diesen Sozialplänen, denen die Arbeitnehmervertretung und die Gewerkschaften jeweils zugestimmt haben"
Tamedia wolle ihre Verantwortung auch in diesem Fall wahrnehmen und verhandle deshalb mit der Personalkommission und den Gewerkschaften über einen Sozialplan. "Dass es im Rahmen eines Verhandlungsprozesses auf beiden Seiten zu Kompromissen und Anpassungen kommt, ist normal." Die Ressortleiter begleiten laut Zimmer die Sozialplanverhandlungen aufmerksam und sind wie der Verlag auch an einer sozialverträglichen Lösung interessiert. "Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden, die der Situation beim 'Tages-Anzeiger' gerecht wird."

