08.12.2003

Sat.1

Keine "Harald Schmidt Show" im nächsten Jahr

Roger Schawinski bedauert Schmidts Kreativpause.

Die "Harald Schmidt Show" wird im nächsten Jahr nicht fortgesetzt. Moderator und Produzent Harald Schmidt lege nach acht Jahren eine Kreativpause ein, teilte die ProSiebenSat.1 Media AG am Montag mit. SAT.1 und Harald Schmidt hätten vereinbart, Gespräche über eine zukünftige Zusammenarbeit zu führen. "Nach acht Jahren, in denen ich ununterbrochen mit der 'Harald Schmidt Show' auf Sendung war, ist es für mich Zeit für eine Bildschirmpause", sagte Harald Schmidt nach Angaben der ProSiebenSat.1 Media AG. "Ich habe SAT.1 viel zu verdanken und bleibe dem Sender auch weiterhin sehr verbunden."

Schawinski 'grosser Fan'

Der neue SAT.1-Geschäftsführer Roger Schawinski plant weiter mit Harald Schmidt. "Ich freue mich, dass ich Harald Schmidt persönlich sehr bald treffen und mit ihm über gemeinsame Projekte reden werde", sagte der 58-Jährige am Montag der dpa. "Als ein grosser Verehrer und Fan von Harald Schmidt bedaure ich es ausserordentlich, dass er eine kreative Pause einlegt."

Schmidts Entscheidung könne er nachvollziehen, sagte Schawinski. "Ich habe selbst sieben Jahre eine tägliche Talkshow moderiert und hatte danach das riesige Bedürfnis, eine Pause einzulegen." Schawinski, der am Donnerstag die Nachfolge von Martin Hoffmann antrat, hatte bei Tele Züri "TalkTäglich" moderiert.

Zu teuer

"Wir haben Verständnis für die Entscheidung Harald Schmidts, nach acht Jahren eine Pause einlegen zu wollen, auch wenn wir dies natürlich sehr bedauern", sagte der Vorstandsvorsitzende Urs Rohner, wie Schawinski Schweizer. Bereits in den vergangenen Tagen hiess es, Schmidt und die ProSiebenSat.1 Media AG verhandelten über die Verträge.

In Branchenkreisen wird vermutet, dass Schmidts Aufgabe mit dem Einstieg des neuen Hauptgesellschafters bei der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban, zusammenhängt. Saban hatte in den vergangenen Wochen jeden einzelnen Sendeplatz aller vier Sender (ProSieben, SAT.1, Kabel 1, N24) durchrechnen lassen.

Die "Harald Schmidt Show", so wird vermutet, sei zu teuer gewesen. Allein Schmidts Moderationshonorar wird auf 40'000 Euro pro Folge taxiert. Eine ProSiebenSat.1-Sprecherin wies diese Darstellungen zurück und sagte, die Sendung sei eine der am besten zu verkaufenden bei SAT.1 gewesen.

Solidarität zu Hoffmann

Als einer der engsten Weggefährten Schmidts galt auch bislang der ehemalige SAT.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann, der in der vergangenen Woche seinen Platz für Schawinski räumen musste. Schmidt nahm den neuen Senderchef Schawinski noch in der Ausgabe am Donnerstag aufs Korn. Danach fiel die Entscheidung. Die Konzern-Sprecherin sagte, es sei Schmidts persönliche Entscheidung gewesen, die nichts mit dem Wechsel an der SAT.1-Spitze zu tun habe.

Die Late-Night-Show nach amerikanischem Vorbild war am 5. Dezember 1995 erstmals auf Sendung gegangen und hat zahlreiche Fernsehpreise gewonnen. Sie endet am 28. und 29. Dezember mit einem Jahresrückblick und einer Spezialausgabe am 8. Januar zum 20. Geburtstag von SAT.1.

Auswirkung auf Börse


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