Die SRG wird im Vorfeld der eidgenössischen Volksabstimmung vom 7. März definitiv keine Umfragen publizieren und verzichtet deshalb auch auf die zweite Publikumsbefragung. Dies hat die Chefredaktorenkonferenz in Absprache mit dem Generaldirektor entschieden, da die vollständige Überprüfung der gfs-Umfrage zur Minarett-Abstimmung vom 30. November 2009 nicht rechtzeitig vorliegen wird und innerhalb nützlicher Frist keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden kann.
Die SRG-Chefredaktorenkonferenz hatte im Einklang mit Generaldirektor Armin Walpen wegen der unerklärbaren Abweichungen zwischen den Umfrageergebnissen des Instituts gfs.bern und dem Abstimmungsergebnis zur Minarett-Abstimmung vom 30.November 2009 bereits im vergangenen Dezember eine detaillierte Analyse eingeleitet und beschlossen, bis auf weiteres keine neuen Umfrageresultate zu publizieren. Im Sinne der Glaubwürdigkeit der SRG und im Interesse des Publikums werden diese Abklärungen ohne Zeitdruck vorgenommen. Eine erste Erkenntnis liegt bereits vor: Laut einer externen Analyse ist die gfs-Umfrage zur Minarett-Initiative methodisch korrekt und nach international anerkannten Standards durchgeführt worden.
Eine weitere externe Analyse, die die Chefredaktorenkonferenz in Auftrag gegeben hat, befasst sich mit den möglichen Ursachen der Diskrepanz zwischen den Umfrage-Ergebnissen und dem tatsächlichen Resultat der Abstimmung, mit dem politischen und medialen Umfeld während der Befragung und deren Wirkung. Diese wissenschaftliche Untersuchung braucht Zeit. Ziel der Gesamtanalyse und allfälliger Massnahmen ist es, Diskrepanzen zwischen Umfragewerten und effektiven Resultaten möglichst zu vermeiden. Sobald auch diese Analyseresultate vorliegen, wird die SRG über die Publikation zukünftiger Umfragen entscheiden.

