Bei der Weltwoche werde es keine weiteren Entlassungen geben, sagt Chefredaktor Roger Köppel. Stattdessen wolle er nun eine Strategie der Konsolidierung in einzelnen Bereichen und der Verstärkung in anderen fahren.
Bei Chefredaktorenwechseln gäbe es immer personelle Wechsel, sagte Köppel in einem am Samstag in der Basler Zeitung erschienenen Interview. Er habe neue Leute geholt. In anderen Fällen hätten sich Trennungen ergeben. Mit jenen Mitarbeitenden, von denen man sich auch aus finanziellen Gründen habe trennen müssen, seien faire Lösungen getroffen worden. Die Weltwoche nehme ihre soziale Verantwortung sehr ernst.
Kein Sprachrohr der SVP
Köppel distanzierte sich zudem davon, dass Die Weltwoche unter seiner Ägide zum Sprachrohr der SVP geworden sei. Er werde Christoph Blocher an den Versprechungen und Leistungen messen, die dieser selber in Aussicht stelle. Er habe aber nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er eher liberal und marktwirtschaftlich ticke, sagte Köppel weiter. Auch gehöre er nicht zu den Leuten, die überall Harmonie suchten. Man müsse hart diskutieren, die Inhalte auf den Tisch bringen und die Verantwortung wahrnehmen.
Bürgerliche Investoren
Das Geheimnis um die unbekannten 20 Prozent der Anteile am Jean-Frey-Verlag, der Herausgeberin der Weltwoche, wollte Köppel nicht lüften. Es sei aber nun einfach so, dass Leute mit Kapital nicht dem linken Lager angehörten. Wer diese 20 Prozent der Anteile halte, sei nicht entscheidend. Die neuen Aktionäre des Jean-Frey-Verlags sind nur zu 80 Prozent bekannt. Den grössten Anteil hält der Tessiner Anwalt und Financier Tito Tettamanti mit 25 Prozent. Zweitgrösste Aktionärin ist mit 10 Prozent die Crossmedia AG in Luzern, hinter der der Verleger Heinz Wermelinger steht.

