Das Konzept der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) soll "in jeder Hinsicht" überprüft werden. Dies hat der Geschäftsführer der NZZ AG, Albert P. Stäheli, in einem Interview mit der Zeitung "Sonntag" angekündigt.
Stäheli, der seit 1. Oktober für die NZZ-Gruppe tätig ist, hatte Ende Dezember den Abbau von 24 Stellen angekündigt. Auf die Frage, ob weitere Sparmassnahmen nötig sind, sagte er im "Sonntag", in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wage er keine Prognosen. Die NZZ sei aber "solide finanziert und könnte auch noch heftigere Stürme abwettern".
Um für Leserinnen und Leser attraktiv zu bleiben, strebe man jetzt einen zielgerichteten Ausbau der NZZ in Qualität, Inhalt und Layout an. Bis im Herbst 2009 soll die Zeitung erneuert werden. Das eigenständige Gesicht des Blattes werde aber nicht verändert, so Stäheli.
Geplant ist vielmehr, Einstieg und Navigation der NZZ zu erleichtern. "Der jüngere Leser ist an Charts und Illustrationen gewähnt. Das müssen wir berücksichtigen." Auch die Möglichkeit einer Einbund-Zeitung schliesst der CEO nicht aus.
Zusammenführung der Servicebereiche
Ferner äusserte sich Stäheli zur Zukunft der verschiedenen Regionalblätter, die zur NZZ-Gruppe gehören ("St. Galler Tagblatt", "Neue Luzerner Zeitung" und die Zürcher Landzeitungen). Als nächstes werde man jetzt die Servicebereiche zusammenführen, die gegenwärtig an jedem Standort separat bestünden.
Zudem würden Möglichkeiten der Zusammenarbeit im publizistischen Bereich ausgelotet. Vorstellbar sei beispielsweise, dass die drei Zürcher Landzeitungen, die einen gemeinsamen Mantelteil haben, zukünftig Teile vom "St. Galler Tagblatt" oder von der "Neuen Luzerner Zeitung" beziehen. Das "Premiumprodukt" NZZ soll von dieser Kooperation aber ausgenommen werden. (sda)

