21.06.2009

BBC

Korrespondent ausgewiesen

Objektive Berichterstattung aus dem Iran zunehmend schwierig.

Die iranischen Behörden gehen immer härter gegen Medienleute vor. Seit Freitag hat sich die Zahl der Festnahmen offenbar nahezu verdoppelt. Es kommt auch weiter zu Ausweisungen. So musste der Korrespondent des britischen Nachrichtensenders BBC das Land verlassen. Er habe nicht wahrheitsgemäss berichtet und die Demonstranten aufgehetzt, berichteten regierungsnahe Medien am Sonntag. Gemäss der staatsnahen Nachrichtenagentur Mehr drohte der Kulturminister den britischen Medien mit "ernsten Konsequenzen", sollten sie sich "weiterhin in die internen Angelegenheiten des Irans einmischen".

Die BBC bestätigte die Ausweisung ihres Korrespondenten. Das Büro in der iranischen Hauptstadt bleibe aber weiterhin geöffnet, teilte der Sender mit. Die iranischen Behörden schränken seit Tagen die Arbeit ausländischer Korrespondenten ein. Berichte über die Demonstrationen gegen den Ausgang der umstrittenen Präsidentenwahl sind Journalisten verboten. Die Einschränkungen betreffen sowohl Zeitungsreporter wie auch Mitarbeiter von Fernseh- und Radiosendern sowie Korrespondenten der internationalen Nachrichtenagenturen.

Viele ausländische Journalisten können nur noch von ihren Büros oder Hotels aus arbeiten. Sie sind auf Berichte von Augenzeugen angewiesen, um die Angaben des staatlichen Fernsehens oder der amtlichen Nachrichtenagenturen zu überprüfen. Die Zeitungen im Iran selbst stehen unter Zensur. Zahlreiche internationale Korrespondenten mussten das Land bereits verlassen, darunter deutsche, spanische, belgische und niederländische Journalisten. Auch ein Sonderkorrespondent des Westschweizer Radios war gezwungen auszureisen, nachdem ihm eine Verlängerung seines Visums verweigert wurde.

Besonders hart gehen die Behörden gegen regimekritische Journalisten im Inland vor. Nach Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen sind seit Beginn der Massenproteste mittlerweile 33 Medienleute festgenommen worden. Die Zahl der Festgenommenen habe sich seit Freitag nahezu verdoppelt. Darunter ist auch ein Reporter des US-Nachrichtenmagazin "Newsweek". Vom kanadische Staatsbürger fehlt seit Sonntagmorgen jede Spur, als er ohne Angaben von Gründen in Haft gesetzt wurde, Das Magazin forderte die umgehende Freilassung des Reporters. Auch der Chef der Vereinigung iranischer Journalisten, Ali Mazroui, ist in Haft. (sda)


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