Die Mediengewerkschaft comedia kritisiert im Zusammenhang mit der CIA-Affäre und der Publikation eines geheimen Faxes Ermittlungen gegen Journalisten. Medienschaffende dürften nicht bestraft werden, weil sie vertrauliche Informationen enthüllten.
Der Vorstand des Sektors Presse von comedia kam am Donnerstag an seiner Sitzung zum Schluss, dass die Geheimhaltung Aufgabe der Behörden und nicht der Medien sei, wie es in einem Communiqué heisst. Gerade in menschenrechtlichen Belangen hätten die Medien die Pflicht zu informieren.
Der SonntagsBlick hatte anfangs Januar einen als geheim klassifizierten Fax veröffentlicht. Dieser verweist auf die Existenz geheimer Gefängnisse des amerikanischen Geheimdienstes CIA in Europa im Kampf gegen den internationalen Terror.
SonntagsBlick-Chefredaktor Christoph Grenacher hatte am Dienstag gegenüber der Militärjustiz eine Aussage verweigert und dies mit der Wächterrolle der Medien begründet. Das Militärgericht 6 in Dielsdorf ZH hatte eine Voruntersuchung wegen Verletzung militärischer Gemeimnisse eröffnet.
Zweites Urteil kritisiert
Auch das Urteil des Zürcher Obergerichts gegen die NZZ am Sonntag wird von comedia kritisiert. Das Gericht hatte am Mittwoch in zweiter Instanz entschieden, der betreffende Journalist müsse im Zusammenhang mit einer tödlich verlaufenen Herztransplantation am Unispital Zürich seine Quellen nennen.

