Ende November kündigte die Primetime AG an, die Wellness- und Gesundheits-Sendung inform.tv per Ende Januar 2009 einzustellen ("persoenlich.com" berichtete). Insgesamt hat die Absetzung des Programms, das auf TeleZüri, TeleTop und TeleSüdostSchweiz läuft, sechs Kündigungen zur Folge.
Die Betroffenen gelangten nach den Kündigungen an den Berufsverband impressum. An einem von der Primetime-GL einberufenen Meeting mit den Mitarbeitern, erschien auch die Vertreterin von impressum, Salva Leutenegger. "Man hat mir nur widerwillig die Hand gegeben und obwohl meine Vertretung angekündigt gewesen war, musste ich das Feld unverrichteter Dinge räumen, so die Leiterin der impressum-Geschäftsstelle Zürich gegenüber "persoenlich.com.
René Schoch, Geschäftsführer von Primetime widerspricht dieser Schilderung: "Da die Gewerkschaftsvertreterin weder angekündigt noch eingeladen war, baten wir Frau Leutenegger vor Sitzungsbeginn das Haus zu verlassen." Ein Sozialplan kam auf jeden Fall nicht zu Stande. Darauf angesprochen sagt René Schoch: "Ein Sozialplan ist bei einer ordentlichen Kündigung für sechs Personen nicht üblich."
Obwohl die letzte Folge von inform.tv am 19.Dezember abgedreht wird, können die Betroffenen Primetime erst nach Einhaltung der ganzen ordentlichen Kündigungsfrist verlassen. Salva Leutenegger befürchtet nun, dass die Noch-Mitarbeiter unzumutbare Arbeiten leisten müssen. Eine Befürchtung, welche die Geschäftsleitung der Primetime AG nicht teilt. René Schoch: "Von den fünf gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden zwei noch ein paar Wochen für die Sendung FUTURA.TV arbeiten, die anderen drei für die Endfertigung der Sendung inform.tv. Darüber sind alle informiert."
Primetime möchte die Angestellten aber nicht schon an Weihnachten ziehen lassen. Wie CEO René Schoch gegenüber "persoenlich.com sagt, habe man Verträge an die man sich halten wolle. Selbstverständlich würden sich während den drei Monaten Kündigungsfrist aber alle problemlos irgendwo vorstellen bzw. bewerben können. Ausserdem würden für alle fünf Mitarbeiter in der normalen Arbeitszeit aufwendig produzierte Showreels erstellt, welche die Mitarbeiter für künftige Bewerbungen verwenden können.
Laut Salva Leutenegger gab es bei Primetime auch Probleme mit den Lohnzahlugen. So gebe es freie Mitarbeiter, die seit einem halben Jahr auf ihr Honorar warten. Auch die Festangestellten haben laut Leutenegger widerrechtlichen Lohnverzug in Kauf nehmen müssen. René Schoch räumt ein: "Tatsächlich kam es in diesem Jahr zweimal zu einzelnen Lohnverzögerungen, deren sehr spezifische Gründe nicht an die Öffentlichkeit gehören."
Als inform.tv abgesetzt wurde, kommunizierte Primetime gleichzeitig, dass eine Nachfolgesendung geplant sei. Gegenüber "persoenlich.com" ging René Schoch darauf aber noch nicht ein, denn das genaue Sendeformat und der Personalbedarf seien noch nicht geklärt. Impressum-Zetralsekretärin Salva Leutenegger kann die Geschäftspolitik von Primetime nicht nachvollziehen: "Wieso kündigt man den Leuten, obwohl man einen neue Sendung plant?" René Schoch: "Bevor wir etwas Neues anfangen, wollen wir das Vergangene rechtlich korrekt beenden. Wenn immer möglich, werden wir für die neue Sendung den Gekündigten ein Angebot machen. Jetzt ist es dafür zu früh."

