In der aktuellen Ausgabe der Weltwoche befasst sich Kurt W. Zimmermann in seiner Medien-Kolumne mit den Einkommensverhältnissen in der Medienbranche. Dabei macht er auch den Lohn von Nico Cadsky publik: Der Starkarikaturist soll einen Lohn von 425'000 Franken im Jahr bezogen haben, ein Zusatzvertrag habe ihm dazu lange Zeit ein Gesamteinkommen von 800'000 Franken beschert, so Zimmermann. Nicos Wechsel zum Blick erfolge aus monetären Gründen: "Als ihm der Chefredaktor den Lohn kürzen wollte, desertierte er letzte Woche unter grossem Getöse zum Blick, der ihm mehr bietet", schreibt Zimmermann, der selbst lange Zeit in der Teppichetage der Tamedia wirkte.
Das Bild, das Nico Cadsky über die Hintergründe seines Jobwechsel zeichnet, ist freilich ein ganz anderes. "Mein Jahresgehalt lag deutlich unter 425'000 Franken", sagt der Karikaturist im Gespräch mit "persoenlich.com". Finanzielle Gründe hätten beim Jobwechsel keine Rolle gespielt, zumal er ja beim Blick nicht mehr Geld verdiene. "Glauben Sie denn im Ernst, dass ich den Tages-Anzeiger wegen ein paar Tausend Franken zusätzlichem Einkommen verlasse, nachdem ich dem Blatt 36 Jahre die Treue gehalten habe?", fragt Nico, dessen Darstellung Tages-Anzeiger Chefredaktor Peter Hartmeier auf Anfrage von "persoenlich.com" nicht kommentieren wollte.
Wie unzimperlich die Unternehmensführung der Tamedia gegenüber ihren Angestellten verfahre, habe er, Nico, am eigenen Leib erfahren: Martin Kall, CEO der Tamedia, habe ihm eröffnet, dass er noch höchstens zwei Jahre beim Tages-Anzeiger auf eine Anstellung hoffen dürfe und sich der Konzern danach von ihm zu trennen beabsichtige. Für Nico ein klarer Vertragsbruch von Seiten der Konzernleitung: "Ich hatte mit Hans Heinrich Coninx abgemacht, dass ich beim Tages-Anzeiger auf Lebzeiten bleiben kann." Enttäuscht ist er deshalb nicht nur von Kall, sondern vor allem auch vom Verwaltungsrat, von dem er sich verraten fühlt.
Dass er den Wechsel zu Ringier dereinst bereuen wird, will Cadsky nicht ausschliessen. Solange sich jedoch an der personellen Zusammensetzung des Managments der Tamedia nichts ändere, sehe er keine Möglichkeit mehr, für seinen früheren Arbeitgeber zu arbeiten.

